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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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Menschen Europas gekommen war. Ich fühlte, daß die neue Zeit an­gebrochen war, daß etwas Großes, Reines, Ungeahntes von uns Besitz er­griffen hatte. Dieses mächtige Gefühl war so stark, daß ich zurückgezogen eine kurze Zeit allein verbringen mußte....

Der amerikanische Offizier traf im Einvernehmen mit unserer Lagerleitung sofort Maßnahmen betreffs unverzüglicher Herbeischaffung von Verpflegung und teilte uns mit, daß wir uns vorerst selbst überlassen blieben, bis die in den nächsten Tagen folgenden Besatzungstruppen für alles weitere sorgen

würden.

Das gesamte Lager stand unter dem Freudenrausch der wiedergewonnenen Freiheit. Die endliche Erfüllung des oft schwer geprüften Glaubens und der manchmal vagen Hoffnung stärkte nicht nur die noch einigermaßen Gesunden, sondern auch die durch den jahrelangen Hunger krank und schwach Ge­wordenen und gab uns allen neue Kraft.

Was in der Umgebung von Buchenwald nur an Nahrungsmitteln aufzutreiben war, wurde nach oben geschafft. Die Brotration wurde am nächsten Tage zu­nächst verdreifacht, das Essen kräftig und reichlich zubereitet. Trotz der Er­mahnungen, bei dem Verzehr der Mahlzeiten auf den ausgehungerten Körper­zustand Rücksicht zu nehmen, starben viele Leidensgefährten nach dem ersten Sattessen, das sie jahrelang entbehren mußten.

Als endlich die ersten amerikanischen Soldaten unser Lager betraten, spie­gelte sich unsere große Freude auf ihren Gesichtern wider. Sie waren ver­legen wie Kinder, ob all der Dankbarkeit und Freude, die aus uns sprach.

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Um so größer war ihr Entsetzen, als sie weiter ins Lager geführt wurden. Das furchtbare Elend, der Anblick der bis zu Skeletten abgemagerten Menschen, der ungeheuren Leichenberge, ließ ihren Blick vor den grauen­haften Spuren der nationalsozialistischen Barbarei erstarren. Als man ihnen dann die Torturen schilderte, die Foltereinrichtungen zeigte, soweit diese noch vorhanden waren, steigerte sich ihr Entsetzen über die Bestialitäten bis zur Sprachlosigkeit.

Täglich starben noch unzählige Kameraden an den Folgen der erlittenen Grausamkeiten und Qualen. Aber sie waren die ersten, die wieder als Men­schen beerdigt wurden. Sie wurden beigesetzt und ihre Gräber mit Namen versehen, damit ihre Angehörigen sie gegebenenfalls später in die Heimat überführen könnten.

Die Krankenpflege lag von nun an ganz in den Händen des amerikanischen Militärs. Die Sanitätssoldaten pflegten und betreuten die Schwerkranken mit rührender Liebe. Es wurde alles versucht, die große Not, das unsagbare Elend so schnell wie möglich zu lindern und zu beseitigen.

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Wenige Tage später.

Auf dem Appellplatz war ein großer Obelisk errichtet, auf dessen Sockel der Name ,, Buchenwald " und darunter die Zahl ,, 51 000" zu lesen war. Die Zahl

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