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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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Folge gehabt, und zwar um so sicherer, als die SS - Bewachung durch den Zu­strom der die Außenkommandos begleitenden Truppen um das Vielfache ver­stärkt war. Die Übermacht war so groß, daß in diesem Falle jeder Wider­stand Selbstmord bedeutet hätte. Dazu befanden sich noch die SS- Block führer. und andere SS - Funktionäre im Lager.

Hier konnte also nur Klugheit helfen.

Die in den langen Jahren zwangsmäßig ausgeübte direkte Befehlsübermittlung wurde von uns fallengelassen. Allen Lagerinsassen wurde die ergangene An­ordnung nur in erzählender Form bekanntgegeben, jedem einzelnen also selbst die Entscheidung überlassen, ob er ihr nachkommen wolle oder nicht. Zeit und nochmals Zeit gewinnen, war die Parole, denn unsere Befreier waren in­zwischen schon sehr nahegekommen.

Die Stunde war vorbei, der Zeitpunkt des Antretens da, aber kein Mensch stand auf dem Appellplatz.

Da betrat der SS - Kommandant selbst in Begleitung seines Stabes das Lager und berief die Lage ältesten zu sich, um von ihnen Rechenschaft über das Verhalten der Lagerinsassen zu fordern. Diese wichen in geschickter Form aus, worauf sämtliche Blockältesten herbeigerufen wurden. Auch diese ver­standen es, sich aus der Affäre zu ziehen. Dann ordnete der Kommandant an, daß um zwei Uhr nachmittags alles endgültig anzutreten habe, da er sonst zweihundert bis an die Zähne bewaffnete SS ins Lager schicke, die seinem Befehl Nachdruck verleihen würden.

Um zwei Uhr aber war der Appellplatz so leer wie vordem.

Kurz vorher war ich in den Franzosenblock Nr. 14 gegangen, wo ein deut­scher Kamerad Blockältester war. Ich saß an einem der Tische und unterhielt mich mit einem deutschsprechenden Franzosen, als die Tür aufgerissen wurde und der Kommandant Pister höchstpersönlich in Begleitung seines Adjutanten hereintrat und in schreiendem Ton den Blockältesten verlangte. Dieser war gerade nicht da. Als er mich erblickte, brüllte er mich an, den Leuten sofor­tiges Antreten zu befehlen. Obgleich ich mit dem Block garnichts zu tun hatte, mußte ich gehorchen. Dem Kommandanten den Rücken zuwendend, rief ich den französischen Kameraden zu:

,, Rassemblement, camerades, dépêchez- vous un peu!"( Antreten, Kameraden, aber ein bißchen schnell!), wobei ich mit den Augen zwinkerte.

Die meisten verstanden mich sofort und traten auf die Blockstraße hinaus, wo sie schnell verschwanden, um sich irgendwo zu verstecken.

Aber das Heraustreten ging diesem SS - Banditen nicht schnell genug. Er faßte einige der Nächststehenden bei den Ärmeln und stieß sie zur Tür hinaus mit den Worten:

,, Seid doch froh, daß Ihr aus dem Lager heraus und in geschützte Verhält­nisse kommt. Wir wollen doch nur das Beste!"

Er streifte mich dabei mit einem Blick. Die Antwort, die ich diesem Mörder mit den Augen gab, muß er wohl verstanden haben. Vielleicht kam es ihm

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