Mir tat es weh, diese kleinen, unschuldigen Menschlein für den Zweck der raffiniert verlogenen Nazi- Propaganda singen zu hören.
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Es kam die Zeit nach dem 6. Juni 1944, kurz nach Beginn der Invasion. Einige Wochen danach hörten wir bereits das Artilleriefeuer aus Richtung St. Dié .
Damals war ich durch eine Denunziation seitens der SS angezeigt und vom Kommandanten Kramer ohne Verhör zum Tode durch den Strang verurteilt worden Ich wurde photographiert und in die Arrestbaracke, Abteilung für Todeskandidaten, eingesperrt.
Denunziationen von seiten der SS waren eine oft angewandte Methode, um Häftlinge auf diese Weise zu beseitigen, die infolge ihrer Funktion Gelegenheit hatten, zu tief in die Karten der SS zu schauen und dadurch von ihren erbärmlichen Schurkereien ungewollt Mitwisser zu werden. Man stellte ihnen raffinierte Fallen, und der kleinste Fehltritt eines Funktionärs wurde zur todbringenden Anzeige ausgebaut, die, dem Lagerkommandanten vorgelegt, fast ausnahmslos den Tod bedeutete. Da gab es genug Delikte, wie unter anderem Aufwiegelung, Anzettelung zu Sabotage und Meuterei. Auf jedes einzelne solcher Vergehen stand schon die Todesstrafe. Viele Kameraden sind auf diese Weise ums Leben gekommen.
So wollte man, daß es auch mir so ergehen sollte, als ich auf einem Außenkommando den dort führenden SS - Banditen hinter ihre Schliche gekommen war, und sie dies merkten.
Auf Grund neuer Bestimmungen konnte der Lagerkommandant das Urteil nicht eher vollstrecken lassen, bevor die Zustimmung der Gestapo - Zentrale Berlin vorlag Das war nur eine Formsache, denn ein vom Lagerkommandanten beantragtes Todesurteil fand in Berlin ohne weiteres seine Bekräftigung, und in der Regel vergingen bis zu seinem Vollzug nur drei Tage. Dreiundfünfzig Tage habe ich jeden Morgen auf den Tod des Erhängens gewartet. Daß ich noch lebe, verdanke ich erstens dem Umstande, daß an den betreffenden Tagen des Monats Mai 1944 Berlin , vor allem die GestapoGebäude, durch amerikanische Bomber heimgesucht wurden, wobei auch mein Todesurteil verloren ging; zweitens der opferbereiten Tat eines Kameraden, der als Häftling bei der politischen Abteilung beschäftigt war und die als Unterlagen im Lager verbliebenen Duplikate unter Gefährdung seines eigenen Lebens verschwinden ließ; und nicht zuletzt darum, weil sich meine übrigen Kameraden bemühten, mich durch geschickte Verschiebung in ein anderes Kommando vor den Augen der maßgebenden SS - Führer verborgen zu halten.
Infolge der näherrückenden alliierten Front aus dem Westen über St. Dié
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