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hinaus, mußte das Lager geräumt werden, und meine Angelegenheit ist augenscheinlich dadurch von den leitenden SS - Führern vergessen worden. In der Zeit, wo ich im Arrest saß und täglich auf meinen Tod wartete, sind mehr denn einhundert achtzig meiner Leidensgefährten im Alter von sechzehn bis sechzig Jahren wegen kleiner Vergehen gegen den brutalen SS- Terror gehenkt worden.
Meine Zelle befand sich neben dem Eingang des Arrestblocks. Wenn ich mich auf das Bettgestell meiner Pritsche stellte, konnte ich meine Leidensgefährten, die unschuldigen Opfer des Meuchelmordes, an mir vorbeimarschieren sehen. Ich sehe noch heute den müden Schritt jener Menschen.
Ich höre noch heute den Kies unter ihren Sohlen knirschen, als sie sich zum fünfzig Meter entfernten Krematorium schleppten, um dort in den nächsten Minuten aufgehängt zu werden.
Ich höre noch heute in meinen Ohren das Umfallen der in Scharnieren stehenden Bank, auf die diese Opfer steigen mußten, damit ihnen die Schlingen um den Hals gelegt werden konnten, die an den in der Decke befestigten Haken eingehängt wurden.
So standen nun jeweils auf dieser Bank sechs bis acht Opfer mit ausgestrecktem Hals, um den sich eine eingehakte Schlinge legte und warteten, öfters sogar eine halbe Stunde lang, auf den Befehl des SS - Schutzhaftlagerführers oder seines Stellvertreters, der ihren Tod bedeutete.
Aus formalen Gründen war es erforderlich, daß bei der Urteilsvollstreckung ein SS - Führer anwesend sein mußte. Und diese Herren ließen sich gewöhnlich Zeit, um von ihrem Kemmandanturgebäude bis zum Krematorium herbeizukommen, so daß den Delinquenten die bangen Minuten des Todesgrauens noch zur Ewigkeit gemacht wurden.
Wenn dieser SS - Führer, oft in Begleitung des SS- Arztes, das Krematorium betrat, öffnete er nur die Tür, fragte:
,, Sind alle Vögel dran?", und mit dem Ruf:
,, Weg damit!", stieß der SS- Unterführer die Bank aus den Scharnieren. Und nun hingen diese Menschen da, als ob ihr Leben gar nicht existiert hätte. Eine halbe Stunde darauf waren sie schon verbrannt. Ihre Asche wurde nach üblichem Brauch auf eine Karre geladen und zur Müllkippe gebracht, wo sie mit Schutt und Abfällen vermengt des Tages der Auferstehung harren durften.
Dieser Tag ist angebrochen.
Die Kameraden sind auferstanden und klagen an!!
Ich denke an die letzten Tage, die letzten Nächte von Natzweiler , als das Artilleriefeuer der alliierten Front näher und näher rückte, als einige von uns optimistisch glaubten, der Tag der Freiheit wäre schon da.
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