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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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ins Krematorium. Ich hatte die Last auf der rechten Schulter, den Arm leicht dagegen gedrückt, um die Schmerzen, die mir das Tragen verursachte, etwas zu mildern, denn ich war bereits so abgemagert, daß meine Schulterknochen spitz herausragten

Da fühlte ich etwas Nasses auf meiner rechten Hand

Im Licht des nächsten Scheinwerfers sah ich, daß es Blut war, Blut von dem Menschen, dessen Leiche ich jetzt trug.

Vor einigen Minuten lebte er noch.

Ich habe ihn nicht gekannt, aber ein tiefes Weh erfaßte mich, denn auch er war mein Kamerad.

Im Leichenkeller des Krematoriums wurden die Särge abgesetzt, die Ge­mordeten entkleidet und dem dort bereits vorhandenen Leichenstapel bei­geschichtet. Sie lagen übereinander wie Eisenbahnschwellen, wurden mit einer Handvoll Chlorkalk bestreut und harrten nun der Verbrennung.

Der Krematorium- Capo bemerkte, daß wir noch einmal hinauf müßten, um den Rest zu holen.

Unterwegs sagte einer meiner Kameraden, ein kleiner blasser Lothringer, zu mir:

,, Hast Du gesehen, das waren noch stramme Kerls! Ach, ich möchte mich vor meinem Tode auch gern noch einmal suttessen!"

Eine halbe Stunde später war unsere Arbeit beendet.

Wir suchten unsere Blocks auf, jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Was sich der eine oder andere meiner Schicksalsgenossen bei diesem Erlebnis gedacht hat, weiß ich nicht. Ich selbst habe darüber nicht mehr nachdenken dürfen!

Der kleine Funke meiner Heilig- Abend- Stimmung war ausgelöscht!

Mit Heißhunger verzehrte ich dann mein kärgliches Stückchen Brot, wobei ich jede Krume, die herunterzufallen drohte, sorgsam hütete.

Es war mittlerweile Schlafenszeit. Ich begab mich deshalb in den Schlafraum, legte mich auf meine Pritsche, um im Schlaf Vergessen zu finden.

Die Lagerwache der SS wollte uns unser Elend am heutigen Abend noch besonders fühlen lassen, denn sie schaltete den Radioapparat ein, dessen Lautsprecheranschlüsse übers ganze Lager auf jeden Block verteilt waren. Kinder sangen alte Weihnachtslieder.

-

Ganz deutlich klingen mir noch die Worte in den Ohren:

Welt ging verloren,

Christ ist geboren,

Freue, freue dich,

O Christenheit...

Diese Iügner, diese Betrüger!

Sie wagten es noch, das Wort Christus, den Namen dieses Reinen, Edlen, in ihr bluttriefendes Maul zu nehmen.

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