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mir das Blut. Ein Fieberschauer nach dem anderen schüttelte mich. Ich zitterte stumm an Leib und Seele. Knirschend griff ich Steine und Balken an. Zu meinen Füßen vernahm ich täglich Röcheln, ein Bruder hauchte im Staub sein Leben aus. Ein andrer küßte den Boden, und dachte still:„Heute noch nicht, morgen vielleicht!“ Die Peitschen umzuckten unsere Leiber. Erdwärts sank der Müde. Er wußte, daß es um ihn geschehen war.
So ging es täglich, stündlich.
Eines Morgens um vier Uhr früh rief mich der Arbeitsdienst. Er befahl mir, im Kommando der Maler anzutreten.„Endlich“, dachte ich,„folgt einigermaßen Ruhe.‘ Das gleiche geschah mit meinem Kameraden Leo. Wir kamen hin und ich blieb in diesem Kommando. Leo mußte zu den Anstreichern.
Es lag bereits Reif auf Dach und Gras. Tiefer Herbst. Der Capo dieses Kommandos war ein Schweizer . Anfänglich waren mir alle recht gut gesinnt, später aber traten Neid und Eifersucht auf. Die dort beschäftigten Künstler waren Tschechen, sehr nette und in- telligente Menschen, aber wer läßt sich schon verdrängen? Für sie hieß Arbeit eben auch Brot und Leben! Brot insofern, als wir jeden Tag ein Stück Brot als Zubuße erhielten. Das machte alles aus! Leben war es für sie, weil sie der Willkür der Blockführer nun zum größten Teil entzogen waren.
Da ich von Dachau aus als Maler in Berlin besonders gut an- geschrieben war, hatten sie natürlich große Angst. Sie tauschten mir Farben aus und mußte ich einmal weg, malten sie auf meinen Arbeiten herum, was ein Aquarell am wenigsten verträgt. Es war fürchterlich! Das Zusatzbrot wurde mir in etwa vier bis acht Wochen in Aussicht gestellt, und so ging es fort. Es war alles eher als angenehm. In Ol durfte ich überhaupt nicht arbeiten. Die Olfarben nahmen die anderen, die damit bei den SS -Leuten große Nummern hatten. Es kamen zu mir öfter Führer, die einige Aqua- relle mitnahmen, was natürlich wieder großen Haß auslöste. Ich konnte mich kaum halten, denn hinter meinem Rücken gab es Klagen und Verleumdungen bei Capo und Verwalter.
Eines Tages begannen nun auch die ihren Zorn an mir aus- zulassen. Man entzog mir die Arbeit an den Aquarellen und ich mußte Spielzeug für Kinder malen. Auch das machte mir Spaß. Ein Pferdchen, eine Wiege, ein Würfel waren ja Dinge, die das Christ- kind den Kindern bringen sollte.
Wie ich schon öfter erlebt hatte, gab es auch heuer eine SS- Weihnachtsfeier, zu der die SS-Frauen ihre Kinder mitbrachten. Sie wurden von der Frauenorganisation beschenkt. Das Bessere holten die Führer sich natürlich vorher schon bei uns ab. Das bekam das gewöhnliche Volk gar nicht erst vor die Augen! Mir war es egal. Ich arbeitete, spielte im Geist mit den Kindern und ließ die Jugend an mir vorüberziehen. Längst vergangene Tage kamen wieder und
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