Druckschrift 
Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen

unmögliche, närrische Kreatur, die vor Blödheit und Gemeinheit nicht mehr wußte, was sie anfangen sollte. In seiner unmenschlichen Grobheit schlug er arbeitende Häftlinge, die er als Proleten und Verbrecher bezeichnete. Tagelang beriet ich mit meinen Kamera­den und engsten Freunden, wie man das verhindern und Neu­mann sicher und für immer ausschalten könnte. Vorerst tastete ich bei Vogt, um etwas über die gegenseitige Einstellung der beiden zu erfahren, und machte auf verschiedene Befehle aufmerk­sam, die Neumann trotz klaren Weisungen Vogts herausgegeben hatte. Eines Tages überzeugte ich Vogt, daß Neumann seinen Plänen entgegenarbeite und hinter seinem, Vogts, Rücken Verrat gegen die Lagerleitung treibe.

Jeder Blockführer hatte früher gemacht, was er wollte, und seinem Zorn, jeder durch Trunkenheit entstandenen Zügellosigkeit freien Lauf gelassen. Dazu war jeder Häftling gerade gut genug, einem SS - Kuli als Spielball zur Verfügung zu stehen. Sehr viele kamen ums Leben, wenn ein SS- Mann Lust hatte, zu schießen, während ein anderer schlug und der dritte am liebsten einen In­tellektuellen im Freiland schikanierte, bis dieser wie eine Ratte verreckte.

Das war, seit meine Stellung bei Vogt sich eindeutig gefestigt hatte, für die Plantage endgültig vorbei. Mich freute das und ich arbeitete und feilte mit Eifer an jeder groben Scharte, die sich noch zeigte.

Nicht meine gegnerische Einstellung zum Nationalsozialismus war der Hauptgrund, daß ich jetzt überall, wo es nur möglich war, gegen unsere Widersacher auftrat und alles, was diese gut fanden, einfach negierte. Diesen Menschen konnten ja nie Ordnung und Dis­ziplin beigebracht werden. Außerdem waren sie ohne jede Herzens­bildung. Dumm, ungeschickt, ungebildet, demolierten sie alles, was ihnen in die Hände gegeben war. Ich verglich sie mit Affen, die bos­haft alles anglotzen und erst dann Freude empfinden, wenn der Gegenstand ihrer Neugier zertrümmert vor ihnen liegt. Schon ihre Erziehung war mehr als mangelhaft und sie brüsteten sich nur mit ihrer militärischen Dressur, die mit Können nichts zu tun hatte. Viele konnten überhaupt keinen Brief verfassen und kamen be­schämt zu uns, wenn sie ihrem Mädchen oder einem Vorgesetzten schreiben wollten. Da waren sie rührend und man spürte Kind und Tier zugleich in ihnen.

Was sie, Befehle blind ausführend, hinter dem Stacheldraht im­stande waren, bildete einen gräßlichen Gegensatz zu dem Benehmen, das sie jedesmal zeigten, wenn sie etwas brauchten. Unbeholfen standen sie da und warteten geduldig. Wo ihnen der Vorgesetzte fehlte, fehlte ihnen alles. Wir brauchten geraume Zeit, bis wir diese flegelhaften Wilden einigermaßen behandeln konnten.

Viele oberflächliche Beobachter werden mir widersprechen, weil sie nur die Schattenseiten dieser Menschen kennen. Ich aber

62

weiß von SS - Zwang

eine ärml

ein junge Geigenspi

der Mind erst einer dir den K

Dann

hatten, s

merkte, d

notwendi

SS- Mann

die Geig Oder: ,, W

herumjag

Nich

daß sie

so daß D

einer sol

mand, au

hätte. Di

Seele fr meiner I

die mir c

unter ihm

Zwe

schon M dieser C

mit den

spräch a sie allm was spe

Das

half es,

sie rief

musizie

den der

So

genau

anderer im Rev voll w taumelt

und da

So