unmögliche, närrische Kreatur, die vor Blödheit und Gemeinheit nicht mehr wußte, was sie anfangen sollte. In seiner unmenschlichen Grobheit schlug er arbeitende Häftlinge, die er als Proleten und Verbrecher bezeichnete. Tagelang beriet ich mit meinen Kameraden und engsten Freunden, wie man das verhindern und Neumann sicher und für immer ausschalten könnte. Vorerst tastete ich bei Vogt, um etwas über die gegenseitige Einstellung der beiden zu erfahren, und machte auf verschiedene Befehle aufmerksam, die Neumann trotz klaren Weisungen Vogts herausgegeben hatte. Eines Tages überzeugte ich Vogt, daß Neumann seinen Plänen entgegenarbeite und hinter seinem, Vogts, Rücken Verrat gegen die Lagerleitung treibe.
Jeder Blockführer hatte früher gemacht, was er wollte, und seinem Zorn, jeder durch Trunkenheit entstandenen Zügellosigkeit freien Lauf gelassen. Dazu war jeder Häftling gerade gut genug, einem SS - Kuli als Spielball zur Verfügung zu stehen. Sehr viele kamen ums Leben, wenn ein SS- Mann Lust hatte, zu schießen, während ein anderer schlug und der dritte am liebsten einen Intellektuellen im Freiland schikanierte, bis dieser wie eine Ratte verreckte.
Das war, seit meine Stellung bei Vogt sich eindeutig gefestigt hatte, für die Plantage endgültig vorbei. Mich freute das und ich arbeitete und feilte mit Eifer an jeder groben Scharte, die sich noch zeigte.
Nicht meine gegnerische Einstellung zum Nationalsozialismus war der Hauptgrund, daß ich jetzt überall, wo es nur möglich war, gegen unsere Widersacher auftrat und alles, was diese gut fanden, einfach negierte. Diesen Menschen konnten ja nie Ordnung und Disziplin beigebracht werden. Außerdem waren sie ohne jede Herzensbildung. Dumm, ungeschickt, ungebildet, demolierten sie alles, was ihnen in die Hände gegeben war. Ich verglich sie mit Affen, die boshaft alles anglotzen und erst dann Freude empfinden, wenn der Gegenstand ihrer Neugier zertrümmert vor ihnen liegt. Schon ihre Erziehung war mehr als mangelhaft und sie brüsteten sich nur mit ihrer militärischen Dressur, die mit Können nichts zu tun hatte. Viele konnten überhaupt keinen Brief verfassen und kamen beschämt zu uns, wenn sie ihrem Mädchen oder einem Vorgesetzten schreiben wollten. Da waren sie rührend und man spürte Kind und Tier zugleich in ihnen.
Was sie, Befehle blind ausführend, hinter dem Stacheldraht imstande waren, bildete einen gräßlichen Gegensatz zu dem Benehmen, das sie jedesmal zeigten, wenn sie etwas brauchten. Unbeholfen standen sie da und warteten geduldig. Wo ihnen der Vorgesetzte fehlte, fehlte ihnen alles. Wir brauchten geraume Zeit, bis wir diese flegelhaften Wilden einigermaßen behandeln konnten.
Viele oberflächliche Beobachter werden mir widersprechen, weil sie nur die Schattenseiten dieser Menschen kennen. Ich aber
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