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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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war unser erstes Sorgenkind. Aus seinen Augen sprach das Ende. Am Zeichen­tisch konnte er nicht mehr stehen, und wenn er sich setzte, drohte er ständig vom Sessel zu fallen. Mit Hilfe meiner Verbindung zum Revier und zu dessen Capo gelang es mir, Medikamente ins Kom­mando zu schaffen, die Dahmen bald wieder auf die Füße brachten und dem sicheren Tod entrissen.

Dieses Kommando war bald eine Familie geworden.

Anfangs Mai nahm ich noch einen Reichsdeutschen auf, der aus Dortmund in Westfalen stammte. Er war ein Kirchenmaler und vom Staat wegen Trunksucht als asozial nach Dachau gebracht worden. Im Laboratorium, in der Pflanzenuntersuchungsstätte und in der Vitaminuntersuchungsabteilung stellte ich die gesamte Krakauer Fakultät der Botanik ein, die erst zum Graben von Kanälen kom­mandiert war. Da man die Intelligenzler verfolgte, versuchte ich, alle, die schweren Arbeiten zugeteilt waren, langsam zu sammeln und über meinen Chef für das Plantagenkommando anzufordern. Ich tat das, weil ich gerade auf ihn den nötigen Einfluß hatte und die Ge­fährdeten gegen Anfeindungen verschiedener Blockführer einiger­maßen schützen konnte. Kanzleien waren ja durch Betrieb und Größe des Kommandos notwendig, und so versuchte ich, sie an diesem Arbeitsplatz nach und nach einzurichten. Erst organisierte ich bei den mir bekannten Capos die Freistellung dieser Intelligenzler von ihren bisherigen Arbeitsplätzen und eines Tages wurden sie dann dem Stehkommando zur Verfügung gestellt. Wir konnten sie aller­dings nur einzeln herausnehmen und als Angeforderte für die Plan­tage in unsere Arbeitskolonnen einreihen. Auch dies gelang mir vollständig.

Ich stellte diese Menschen zuerst in die Glashäuser, nahm sie dann einzeln und vorsichtig, da es ja der SS nicht paßte, sie unter Dach zu wissen, mit allen möglichen Ausreden in die Trocken­anlagen des Gerätehauses und von dort aus, Mann um Mann, in die inzwischen eingerichteten Kanzleien und Lagerräume. Selbst­verständlich hatte ich darüber zuerst mit SS- Obersturmführer Vogt eingehend gesprochen. Der betreffende Häftling wurde ebenfalls genau unterrichtet, damit er, wenn ihn ein Block- oder Lagerführer aufgriff, sofort Rede und Antwort stehen konnte. Es war wichtig, daß er seine einwandfreie Versetzung nachweisen konnte, ohne Zweifel heraufzubeschwören. Wurde trotz diesen Vorsichtsmaß­nahmen und richtigen Unterlagen einer dieser Angeforderten oder auf die Plantage Versetzten von seinem Kommando dennoch weg­geholt oder bei der Ausrückung zurückgehalten, setzte Vogt sich mit der Lagerführung in Verbindung. Der Mann wurde dann als unabkömmlich bezeichnet und vom Lager befehlsgemäß wieder seiner Arbeitsstätte zurückgegeben.

Der Stellvertreter Vogts, Untersturmführer Neumann, war eine

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