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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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Jetzt bricht vor mir die Decke, die die Scholle monatelang mit ihrem weißen Samt umhüllt hatte. Der Februar fährt abschied­nehmend über die Gitter meiner Zelle und sagt mir leise ade. Mir, dem Verlassenen, Zurückbleibenden.

Schon wärmt Märzsonne die kahlen Flecken der kalten Mauer, an denen ich mich wärme.

Ich fühle den warmen Gruß des Frühlings glückstrahlend auf meinen bleichen Wangen und empfange die Sonnenstrahlen mit derselben feierlichen Dankbarkeit wie eine Frau am Altar ihren goldenen Ring. Ein Finkchen singt grüßend durch das Zellenfenster und kündet mir den Anbruch des jungen Lenzes.

,, Weißt du schon, daß Frühling ist? Brauchst nicht mehr zu weinen...!"

So schmettert der kleine Kamerad immer wieder, auf dem Gitter sitzend, während er das Hälschen tief in mein Dunkel steckt.

,, Du kleiner, lieber Gott, der du vor mir stehst im werdenden Hochzeitskleid, du singst mir so viel Schönes durch die alte, ver­gitterte Lücke."

,, Ich soll den Gruß der Waldfee bringen,

Und im gold'nen Morgen dir durchs Fenster singen...

Pink, pink...!

Vergiß mein nicht, meint deine holde Fee. Wenn du auch Heimweh hast nach ihr, Sollst doch nicht weinen!"

So singt das Vögelchen immer wieder. Es erinnert mich, daß es Frühling wird. Ja, sagt es mir ganz leise, ich möge ihm ein Küẞchen geben es werde es zu den Meinen tragen, und wenn es wieder komme, möge ich mit ihm die Hochzeitslieder pfeifen.

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Dieses Finkchen liebte ich ganz besonders. Ich werde diese herz­erfreuende Stunde nie vergessen, denn als ich dem Sang des kleinen Freundes lauschte, wurde plötzlich meine Zellentür geöffnet und ich wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

-

Dieser erklärte mir freundlich, daß ich, wenn ich den vor mir liegenden Revers unterschreiben würde er enthielt das Ver­sprechen, mich nie mehr politisch zu betätigen, um halb zwei Uhr auf freien Fuß gesetzt werden könnte. Selbstverständlich unter­schrieb ich diesen Zettel und voll Freude kehrte ich in meine Zelle zurück.

Es war 11 Uhr vormittags und ich konnte die Zeit bis halb zwei Uhr nachmittags kaum erwarten. Schnell versteckte ich meinen be­reits großen Pack Manuskripte, Gedichte und musikalische Arbeiten in meine zerlumpten Kleider. Mit einem Teil polsterte ich meine Stiefel­röhren aus, wobei ich nur Angst hatte, daß man mich gehörig unter­suchen und mir meine Manuskripte abnehmen werde. Wohl hatte ich einmal meinen Untersuchungsrichter informiert, ob aber dieser sich

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