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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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meine Geige in die lauschende Menge. Ich war damals berauscht, doch mein klares Inneres wußte genau, daß ich musikalisch ein un­beholfenes Würmchen war.

,, Nein erst werden!" sagte ich mir. ,, Jetzt bin ich noch ein lebendes Nichts!"

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Daher biß ich nicht an diesen Köder, den man mir nur zu einem bestimmten Zweck hinwarf. Jetzt erst war die Zeit der Reife ge­kommen, die mir neue Kraft geben sollte! Das wußte, fühlte ich...

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Nach solchen innerlichen Kämpfen kramte ich in allen Ecken, da ich hoffte, irgendwo noch Papier zu finden. Als alles Suchen vergebens war, nahm ich das neben dem Kübel liegende, zugeschnit­tene Zeitungspapier. Ich riẞ davon die Randseite und schrieb darauf. Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen ich schrieb auf einen dieser Zettel die Worte: ,, Ja, du Gott des Tones, du schenkst mir jetzt in diesen grauen Stunden meinen fast verlorenen Puls­schlag wieder." Auf der anderen Seite zog ich Notenlinien und schrieb die Anfangstakte meines entstehenden Werkes: ,, Con­sumatum est."

Papier und Ende ging.

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Wochenlang summte ich diese paar Takte. Ich baute ziel- und ruhelos gr endlos an etwas, was dann Text und Ton wurde.

,, Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt und all' meine Gebeine gezählet...!"

Nach etwa 5 Wochen wurde ich das erstemal als einzelner in den Hof zum Spaziergang geführt. Es war ein rauher Tag und die kahlen, stummen Mauern mit den starken Gittern zerschmetterten mich. An den darauffolgenden Tagen war ich nicht mehr allein, sondern mit einer ganzen Kolonne beisammen. Dabei entdeckte ich, daß in einer Nebenzelle ein mir bekannter Bibelforscher saẞ. Ich bat ihn beim Rundgang um eine Zigarette und wollte ihm plausibel machen, daß ich ihn kenne und daß er mich ebenfalls kennen müsse. Zur Zeit seiner Arbeitslosigkeit war er fast täglich zu meinem Vater gekommen, der ihn eines Tages trotz allen Schwierigkeiten und völliger Unverwendbarkeit in seine Fabrik auf­nahm. Dieser Mann, der mich schon als kleinen Jungen gekannt und mich täglich in der Dorfstraße getroffen hatte, wollte mich plötzlich nicht mehr kennen. Er sagte zu seinem Zellenkameraden, während er auf mich wies, er kenne diesen Verbrecher nicht.

Mir tat das furchtbar weh. Um so mehr, als ich ja nur aus poli­tischen Gründen und das erstemal in meinem Leben der Freiheit beraubt war. Warum er eine derartige Haltung gegen mich einnahm, war mir unerklärlich. Er wurde ja gleich mir in einer Zelle als eben­falls unmöglicher Volksgenosse festgehalten! Daß man sich auch hier, in diesen vier Wänden, erhaben fühlen, sich distanzieren wollte, erschien mir vollkommen unbegründet und daher unfaßbar.

Endlich konnte ich von dem diensthabenden ,, Fazi", das ist ein abgestrafter Häftling, der mit Arbeiten im Haus beschäftigt wird,

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