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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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gehe unzufrieden allem, was sich neben mir fortbewegt, aus dem Weg. Jeder Mensch wird mir zuviel, meine Jugend wird zum zeit­ich will's ja raubenden Übel. Erdgebunden bin ich geschaffen gar nicht! Ich will nur kurz auf Urlaub hier sein. Heute ist es leider umgekehrt, heute mache ich eine kurze Urlaubsreise in die Geistes­welt des Schaffens! Diese Kürze ist mir eine Qual, ist mir ein fort­dauerndes Insichverbrennen, ein währendes Auflodern und Zün­geln unruhiger Flammen meines Sehnsuchtsherdes. Hinauf in die Höhen, hinab in die Tiefen, weg von Menschheit und allem, was sich zum Diesseits bekennt. Den Geist entrissen aller schwachen Irdlichkeit, hinweggetragen von den meisterlichen Händen der Schöpfung, das Aug' auf dem Blütenzauber der Natur und das Ohr an den Hämmern des Schöpferpulses, so möchte ich sein und leben! Jeden Atemzug fühlen, der mitschwingt im großen, schöpferischen Odem, eingehen in die Ewigkeit der Werke, selbst im kleinsten Hälmchen, das vom Wind hin und her geschaukelt wird, die Schöpferseele ahnen- das ist meine Sehnsucht, mein heißester Wunsch...!

Am 28. September 1938 gelang es der Staatspolizei mit Hilfe von Verrätern, mich um 4 Uhr früh in der Feuerbachgasse 21 auszuheben. Noch am Vortag erhielt ich von Holl aus Jugoslawien Post, die ich einem Kameraden zeigen wollte und daher nicht gleich vernichtete, sondern unter das Tischtuch schob. So findig auch die Polizei war, hat sie diese und andere Korrespondenz, die ebenfalls unter der Tischplatte verdeckt war, nicht gefunden! Ihre erste Sorge war nur, ob ich nicht irgendwo eine Waffe oder gar Gift versteckt hätte. Sie fanden Gott sei Dank nichts und nahmen mich, wie sie erwähnten, zu einer kurzen Vernehmung mit. Auf der Tegetthoffbrücke mußte ich mitten über die Brücke gehen, weil sie, da ich als Sportler bekannt war, fürchteten, daß ich einen Kopfsprung in die Mur machen und ihnen entgehen könnte. Mit entsicherten Pistolen begleiteten mich vier Gestapomänner über Hauptplatz- Sporgasse in das Polizeigefangenenhaus Paulustor, wo ich sofort dem schon bekannten Dr. Wallner vorgeführt wurde. Auch Noeth wurde, wie ich später erfuhr, um die gleiche Zeit ver­haftet. Das war ein verfluchtes Pech! Gerade am Vortag hatten wir vereinbart, mit den vorhandenen Aufzeichnungen ins Ausland zu gehen und den Plan mit dem Inhaber eines Zahnateliers, Dr. Bruso­lowski, besprochen. Ebenso mit Baron von Marsburg.

Wallner empfing mich zynisch und nannte mich nur mehr Ver­brecher, Taugenichts und arbeitsscheues Individuum. Nach kurzer Vernehmung wurde ich ins Gefangenenhaus geführt und in die Zelle Nr. 15 gesperrt.

So war ich zum erstenmal in meinem Leben der Gefangene derer, die mich tödlich haẞten.

Als Komponist, Dichter und Maler empfand ich diesen Raub

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