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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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weinte ich und machte ein ,, Schnoferl", weil das Aufschreiben nicht so recht gelingen wollte. Etwas war ja auf dem Papier, aber es fehlte noch vieles! Die Phantasie rumorte in meiner Gedankenwelt, aber der Geist war zu schwach und vermochte diese nicht zu zügeln.

Auf Schritt und Tritt begleiteten mich seit Tagen und Wochen, wo immer ich auch ging und stand, Worte und Töne. Ich hätte sie vielleicht gut ausdrücken können, wenn ich älter, reifer gewesen wäre so aber schrieb ich, wie ein Kind lallt, das der Mutter erzählt, wie innig lieb es sie habe. Heute noch nicht, morgen viel­leicht, dachte ich, als ich immer wieder aufzuschreiben begann und nicht weiter konnte. Es war nicht das, was ich fühlte, was meine Phantasie mir vorzeichnete, sondern eben nur das, was ich in meiner kindlichen Einfalt aufzuschreiben imstande war. Ähnlich ging's mir auch beim Bildermalen. So schöne Figuren und Kinder liefen herum, aber keine, die ich malte, waren so schön wie die, die ich täglich vor Augen hatte. Auch hier galt das: Heute noch nicht, morgen vielleicht! Tage, Nächte schrieb und formte ich seit meinem zwölf­ten Lebensjahr an Worten und Melodien. Heute stehe ich meiner Geisteswelt schon etwas näher, heute höre, sehe, gestalte und schreibe ich mehr als damals, am Anfang; aber noch immer lallt mein Mund von den großen Bildern, die ich vor mir in Nichts und Nebel zerfließen sehen muß. Die Bässe ziehen leise über die Halme der Wiesen, die meine Jugend sahen, breiten sich wie Abendnebel über Gräser und Blumen. Da und dort plauscht eine Oboe aus dem Holzsatz und fromm hauchen die Geigen durch mein Herz.

,, Heut noch nicht, morgen vielleicht!"

So balgte ich mich in meiner Sehnsucht nach Musik und Sagen mit dieser zerrissenen Zeit. Werde erst das Gefäß des Schmerzes, das du zu sein hast, wenn du groß werden willst, dann ist das Mor­gen nicht mehr weit, dann bist du Pinsel deiner Visionen und Feder deiner Gedanken!

So sagte ich mir stets, wenn Unvermögen und Versagen zu groß wurden und mich verzweifeln lassen wollten.

Heut schaffe und bändige ich mit junger," frischer Hast alles, was mein Inneres mir sagt. Der Geist wird langsam Hammer und mein Herz der Amboß, auf dem ich Gestalt annehmen lasse, was ich bin und fühle. Nur ist es immer noch zu wenig! Noch viel, viel mehr hör und spiele ich in meinen Tiefen, in der Phantasie auf irgend­einem Instrument. Nur das Papier sträubt sich widerspenstig wie ein Narr, meine Phantasien aufzunehmen und festzuhalten.

Oft geht jahrelang eine Melodie mit mir. Ein Werk, das wahr­scheinlich Reife erntet. Immer wieder versuche ich es aufs Papier zu bringen, immer wieder ergreifen mich Zorn, Schmerz, weil ich das nie Gewollte, weil Unfertige, vor mir auf dem Papier sehen muß. Ich zerreiße das Geschriebene und beschimpfe mich selbst. Grämlich, fluchend, überdrüssig flüchte ich vor der Gegenwart und

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