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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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Häuschen, das da draußen allein am Waldhang stand, anzuzünden und die Familie auszurotten! Sie war eine arme Mutter! Abgehärmt, verfolgt, auf der Straße beschimpft, ging sie ihre Wege durch die Stadt um Hilfe. Sie fand diese nirgends. Ein einziger Kaufmann in der ganzen Umgebung, der unbeugsame Österreicher Josef Valen­tinitsch, und die Familie Blumauer unterstützten sie nach Kräften. Mein Vater, der inzwischen krank geworden war und sich furchtbar abhärmte, ging seinem Ende entgegen.

Kameraden und Kameradinnen hatten oft kaum zu essen und konnten sich Lebensmittel nur geheim, in der Nacht, aus ihren Wohnungen holen. Wir teilten und waren zufrieden, weil wir wußten, wofür wir kämpften, weil wir von dem unerschütterlichen Glauben beseelt waren, daß Österreich wieder erstehen werde.

Draußen auf den Straßen rissen die hysterischen Weiber sich die Kleider von den Leibern und schrien: ,, Wir danken unserm Führer! Führer, befiehl, wir folgen!"

Ich empfand diese Haltung als unwürdigen Unterwerfungs­rausch, der die Gehirne der Massen durchtobte und nach einer von Berlin ausgegebenen Parole nachgeäfft wurde.

" T

, Wir danken unserm Führer...!"

Eine Stimme schrie auf, Sprechchöre schlossen sich an. Wie kleine Kinder hinter dem Vorsprecher die Zeilen eines Verses nach­schreien genau so, nur blöder, hörte dieses Geheul sich in Straßen und auf Plätzen an.

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Ich kann mich genau erinnern: als der ,, Führer" durch die Straßen von Graz fuhr so wurde mir mitgeteilt hatten ver­schiedene Leute sogar Leitern mitgebracht, um nur ja das Antlitz des einmaligen ,, Retters Österreichs" sehen zu können. Ich wurde während des Führerbesuches von der Polizei festgehalten.

Der Tiefpunkt der von draußen eingeführten ,, Moral" wird erreicht, die sich bald im ganzen Land, besonders unter dieser Jugend, ausbreitete. Das Blut stieg einem zu Kopf, wenn man das alles, machtlos gegenüberstehend, mitansehen mußte.

Ämter wurden besetzt, Kaufhäuser wurden ausgeräumt, in den Auslagen erschienen Plakate: ,, Arische Firma" oder ,, Unser Gruß ist Heil Hitler " oder ,, Juden ist der Eintritt verboten". Nicht selten sah man vor einem Geschäft einen braun uniformierten Kuli, der jedem den Eintritt verwehrte. Begründung? Das Geschäft wurde von der nationalsozialistischen Partei Österreichs beschlagnahmt und ausgeplündert. So habe ich ein Volk kennengelernt und meine Augen lernten sehen. Ich schämte mich, Österreicher zu sein!

In einzelnen Familien wurde gezankt, weil ein Mitglied anderer Ansicht gewesen war und Bedenken ausgesprochen hatte. Es wurde von den eigenen Brüdern, von Schwestern und Eltern nicht nur vor die Tür gesetzt, sondern auch den Polizeistellen angezeigt und hinter Schloß und Riegel gebracht.

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