Druckschrift 
Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen

nach

mister Grenz­einzu­

ojadi­

Grenz­schen

aligen Berlin

Butz

angs­m den eichi­

efesti­raten, en Be­

Worden

ischen Martha Kurier­xomus

awien,

sation, Alfred bliche

on zur Baron kreich.

r Ver­Arbeit,

wegung Brüder,

a trotz speien meine

hn und nmütze

ht bald

chlagen

er vier­

jährige Ingomar wurden von ausgewachsenen Parteischergen ge­schlagen. Keiner unserer Leute getraute sich mehr, irgendwo unse­ren Namen zu nennen, weil er riskiere, deswegen erschlagen zu werden. Mir selbst ging es am schlechtesten...

Lange vermochte ich mich nicht mehr zu verstecken. Bald ging ich wieder auf die Straße, um für Österreich zu werben. Trotzig und offen stellte ich mich den Horden, die singend und raubend durch die Straßen zogen, entgegen.

Besonders entmenscht, niederträchtig und mordlustig benahm sich der illegale SS- Untersturmführer Klaus aus Eggenberg, Boden­felsstraße. Obwohl ich diesen Menschen nie gekannt, mit ihm nie ein Wort gewechselt hatte, verfolgte er mich auf Schritt und Tritt und ließ mich, so oft er mich irgendwo sah, von der Polizei ver­haften und visitieren. Ein unglaubliches Früchtchen war auch der jüngere Sohn der Familie Koch, ebenfalls in Eggenberg, in der glei­chen Straße wohnend wie Klaus. Oft wurde ich dem damaligen Re­ferenten Dr. Wallner, einem Illegalen, der nun bei der Polizei Dienst machte, vorgeführt. Er ließ mich von den SS - Knechten, die er zu seiner persönlichen Bewachung im Zimmer hatte, schlagen, doch schlug ich, so gut ich konnte, jedesmal zurück. Er hielt mich stets einige Tage in Haft und ließ mich dann aus mir bisher unbekannten Gründen wieder frei. Ich vermute, daß er das nur tat, um meine Verbindungen, die er suchte, kennenzulernen.

Am 25. Juli 1938, als die Nationalsozialisten eine Helden­gedenkfeier abhielten, gelang es mir, die Feier durch Abschießen von Raketen und Abbrennen von Kreuzen auf den Bergen zu stören. Außerdem sprengte ich mit einer Gruppe die auf dem Ring auf­marschierenden ersten kleinen SA- Kolonnen.

Schon im Mai war der erste meiner Mitkämpfer, Ewald Weger, verhaftet worden. Er wurde in einer verratenen Sitzung mit den So­zialisten festgenommen und dem Landesgericht überstellt. Gegen mich selbst lief ab 25. Juli 1938 ein Haftbefehl. Ich erfuhr davon und hielt mich abermals in sämtlichen Vorstädten, auf Dachböden, in Kellern und Wäldern verborgen und setzte unbeirrbar meinen Kampf fort.

Schwarz und Schnee kamen über die Grenze nach Jugoslawien , weil Gefahr drohte, daß sie als Juden in nächster Zeit ebenfalls eingesperrt werden würden.

Meine Brüder, vor allem Erhard, wurden öfter sogar schwer verletzt und lagen manchmal tagelang bewußtlos. Ebenso erging es meiner Schwester Melanie. Meine Mutter wußte vor Verzweiflung nicht mehr, was sie tun sollte. Sie konnte ihre kleinen Lieblinge ja nicht verlassen und war jeder Hausdurchsuchung, jeder An­pöbelung völlig schutzlos ausgesetzt. Klaus und der junge Bau­meister Musel, die sie einmal besuchten, nannten diese arme, kinderreiche Mutter ,, Verbrechermutter" und drohten, das kleine

11