S
e
t
2.
T
I
st
g
11
r
t
n
n
n
n
t,
m
I
1,
n
m
e
t.
e
e
コー
h
n
total betrunken Henker Max mit einigen Freunden in der Kartei und sagte zu seinen Kumpanen: ,, Hier habt ihr die Judensäue, nehmt euch davon, was ihr braucht." Dann wandte er sich zu uns mit Worten, wie wir sie noch nie im Leben gehört hatten. Totenbleich hörten wir seine Reden an und baten zwei Häftlinge vom Arbeitseinsatz, die bei uns arbeiteten, uns doch zu schützen. Als nach einiger Zeit noch ein deutscher Häftling erschien, der auch im Arbeitseinsatz arbeitete, gelang es ihnen schließlich zu dritt, Max zu entfernen. Am nächsten Tage kommt eine von Maxens Freundinnen in die Schreibstube, unterhielt sich mit uns und gab im Laufe der Unterhaltung meiner Tochter eine Zigarette. Alle wollten gern einmal ziehen, und so ging die Zigarette reihum. Als gerade eine junge lettische Frau den Rest der Zigarette in der Hand hielt, kam Max herein. Auf seine Frage, woher die Zigarette komme, sagte sie, von meiner Tochter. Max schrie darauf auf meine Tochter ein: ,, Du verfluchte Judensau, wo hast du die Zigarette her?" Nachdem meine Tochter ihm auf seine Frage keine Antwort gab, schrie er weiter: ,, Wenn du nicht sagst, woher du die Zigarette hast, wirst du aufgehängt." Mein Mädel schwieg, da sie niemand in Gefahr bringen wollte, kannten wir doch Max zur Genüge. Wutbebend gab er meiner Tochter eine Ohrfeige, daß sie taumelte. Noch vier Tage nachher konnte sie nichts hören. Dann sagte er: ,, Heute abend beim Appell meldest du dich bei mir, ich ziehe dir dann fünfundzwanzig auf. Du weißt, was das bedeutet, bei mir ist nach fünfundzwanzig noch keiner wieder aufgestanden. Na, hast du keine Angst?" Sie antwortete ihm nur kurz: ,, Nein." Mir als Mutter krampfte sich das Herz zusammen, und die anderen, besonders die junge Lettin, waren tieftraurig. Langsam ging der Tag zur Neige. Zum Appell ging meine Tochter fort, und wir alle glaubten sie schon verloren. Nach ungefähr einer Stunde kam sie zurück. Max hatte sie aufgeschnallt und immer wieder gefragt: ,, Hast du noch keine Angst?" und ,, Willst du den Namen nicht nennen?" Sie verneinte immer wieder, und nach 35 Minuten schnallte er sie ab und wurde mit den Worten ,, Na, feige bist du ja nicht" und einem Fußtritt entlassen. Was wir beide empfanden, als wir uns
-
47


