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Die Aufzeichnungen über das Konzentrationslager Kaiserwald verdanke ich meiner Tochter Edith, die anderthalb Jahre dort zubrachte und alle Dinge aus nächster Nähe miterlebte. Sie war als Oberschwester für das Häftlingsspital verantwortlich. Über dem Tor von Kaiserwald stand, wie in allen KZ.- Lagern, unsichtbar geschrieben:„ Wer hier eingeht, der lasse alle Hoffnungen hinter sich!"
So dachten auch wir, als es hieß, alle Torfkommandos werden aufgelöst und zum Kaiserwald verschickt. Wir kamen, etwa 200 Männer und Frauen, vom Torflager Olaine bei Einbruch der Dunkelheit in Kaiserwald an. Die SS mit ihren Schergen, Schwerverbrechern, Zuhältern usw. aus deutschen Zuchthäusern, prügelten uns buchstäblich von den Autos herunter. Wahllos klatschten die Schläge auf Gesicht und Körper, ein kleiner Vorgeschmack dessen, was uns erwartete. Dreimal wurden wir an diesem Abend mit Schlägen von einer Stelle des Lagers zur anderen zum Zählappell getrieben und dann für die Nacht mit den Männern zusammen in eine Baracke eingesperrt.
Damit Sie, meine Leser, auch alles richtig verstehen, einiges über die verlogene Moral der Nazis.
Unsere direkten Vorgesetzten waren, wie schon wie schon gesagt, Schwerverbrecher und Zuhälter aus deutschen Zuchthäusern und kriminell gewordene Dirnen. Zum Teil wurden diese Menschen, die jahrelang als Parias betrachtet worden waren, zu Sadisten, als ihnen Tausende wehrloser Menschen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert wurden. Wir haben des öfteren gesehen, wie die Männer, die durch Stacheldraht von uns getrennt waren, von diesen Bestien so lange geschlagen wurden, bis sie blutüberströmt zusammenbrachen. Ich selbst habe im Revier häufig solche Unglücklichen verbunden. Viele von denen, die infolge der Mißhandlungen nicht gestorben sind, blieben für den Rest ihres Lebens bresthafte Männer. Wie viele Häftlinge sind durch Fußtritte in den Unterleib und dadurch sich ergebende Komplikationen und Operationen für alle Zeit ihrer Mannbarkeit beraubt worden. Ebenso werden
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