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Sadismus oder Wahnsinn : Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten / Jeanette Wolff
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angefordert. Da die SS geborgen hinter der Front im Paradiese lebte, im Übermaß zu essen, zu trinken und zu rauchen hatte, mußte man für ein Ventil sorgen, damit sie, wie der Westfale so schön sagt, der Hafer nicht zu sehr stach. Man setzte den Rasseparagraphen, durch den Tausende von Men­schen in Deutschland die Zuchthäuser und Konzentrations­lager bevölkerten, stillschweigend außer Kraft, und schöne, junge Jüdinnen mußten der SS die rassereine Verbindung er­setzen. Überall gingen die Kommandanten ihren Mannschaf­ten mit gutem Beispiel" voran. Die SS - Liebchen wurden mit ,, gutem des öfteren ausgewechselt, manchmal bekamen sie nachdem ein gutes Arbeitskommando, manchmal auch wurden sie auf Nimmerwiedersehen in irgendein Kasernierungslager

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Immer wieder muß ich anführen, daß bei der SS Theorie und Praxis zweierlei war. Man ließ zur Bewachung und als Vor­arbeiter in den Judenlagern Schwerverbrecher und vorbe­strafte Straßendirnen aus den deutschen Zuchthäusern kom­men, die sich uns gegenüber vorkamen wie Halbgötter und sich häufig noch schlimmer benahmen als die SS.- Zwei dieser Individuen gerieten einmal in Streit um eine Halbjüdin aus dem Lager.( Es war bei der Firma Beton- und Monierbau in Riga .) Das Mädel wurde von der SS sofort erschossen, die beiden Kapos gingen straffrei aus.

Ein kleines Beispiel nur, wie es auf den SS - Kommandos zu­ging: Auf einem Kommando waren Lebensmittel und einige Zigaretten verschwunden. Ohne Untersuchung wurde aus dem Kommando jeder siebente Mann ausgezählt, in den Bunker gesteckt und nach drei Tagen erschossen. Dieses alles schreibt sich so leicht, aber wieviel Leid der Tod dieser vierzehn jun­gen Menschen im Getto verursachte, ist unbeschreiblich. Bei der Waffen- SS in Riga arbeitete ein Reinigungs­kommando, dem auch ich zugeteilt war. Dort waren Unter­kunftsräume für SS und Wehrmacht . Allerdings hatte die SS ihre Räume gesondert von denen der Wehrmacht , die wir auch reinigen mußten. Kurz nachdem die große Aktion im Warschauer Getto durchgeführt war, kamen die Mörder von Warschau zu uns in die Unterkunft. Ihre Uniformen waren

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