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Sadismus oder Wahnsinn : Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten / Jeanette Wolff
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abend Gerichtstag, und das Entsetzen durchfuhr uns, wenn wir vom Arbeitskommando ins Getto zurückkamen und am Galgenberg vorbeigeführt wurden. Wegen geringfügiger Dinge, wegen einer Schachtel Zigaretten z. B., wurden oft Leute erhängt. Jeder von uns, der beim Vorbeimarsch nicht zum Galgen hinaufschaute, bekam von den SS- Posten einen Schlag unters Kinn, so daß ihm schon von selbst der Kopf in die Höhe flog.

Juden mußten Juden hinrichten; wie war das möglich?

Der Kommandant bestimmte einen Juden, der eine zahlreiche Familie hatte, als Henker. Im Weigerungsfalle wurde die ganze Familie erschossen, und so fügte sich der Unglückliche. Auf diese Weise entstanden auch Bilder in den deutschen illustrierten Zeitungen, die wir zufällig später einmal in die Hand bekamen, mit der Unterschrift ,, So richten Juden Juden", denn von allen Exekutionen wurden Aufnahmen ge­macht.

SS Kommandos.

Viele Juden, die an irgendwelchen Dienststellen der SS arbei­teten, verloren ihr Leben. Zumeist waren dort Magazine, in denen Lebensmittel, Rauchwaren und sonstige Dinge auf­gespeichert waren, denn die SS wurde großartig versorgt. Sie schwamm in Butter, Fleisch, Fett, Delikatessen, Tabak und Süßigkeiten. Ich selbst habe einige Zeit in einem SS- Kom­mando gearbeitet, wo man für sechs SS - Leute zu einer Mahl­zeit zwei große Gänse in Butter gebraten gab. Sie lebten, wie man sagt, wie die Maden im Speck, abseits von Front und Gefahr. Den Ruhm des Heldentodes überließen sie den Wehr­machtsoldaten, dafür bestand für sie die Gefahr des Rasse­schandeparagraphen der Nürnberger Gesetze . Hier muß ich etwas einschalten!

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Viele schöne, junge Mädchen und Frauen gab es unter den Jüdinnen. Für die Kommandos bei der SS wurden zuerst nur solche ausgesucht. Es bestanden sogar Kommandos, zu denen vom Kommandanten ausdrücklich nur schöne Mädchen ver­langt wurden. Manche Mädchen wurden sogar namentlich

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