hausen, die normalerweise 150 Menschen aufnehmen konnte. Die dadurch hervorgerufene Überfüllung führte zu den unbeschreiblichsten Szenen. Die hygienischen Verhältnisse waren unter aller Kritik. Dazu war die Luft derartig stickig, daß viele der Mitgefangenen aus Sauerstoffmangel ohnmächtig wurden.
Die in dieser Baracke gezählten Todesfälle betrugen oft am Tage bis zu zehn und mehr. An ein Auskleiden war nicht zu denken. Die meisten von uns mußten auf den Dielenschlafen. Decken gab es nicht. Man muß sich vorstellen, daß wir tagsüber schwerste körperliche Arbeiten verrichten mußten. Dadurch waren wir abends so ermüdet und ausgehungert, daß wir vor Erschöpfung oft umfielen. Im Winterhalbjahr wurde keine Rücksicht auf die herrschende Kälte genommen, die oft 30 Grad erreichte. Da wir im Außenkommando meist mit dem Löschen von Schiffsladungen beschäftigt waren, reichten unsere Kräfte nicht aus, das uns täglich vorgeschriebene Arbeitspensum zu erledigen. Wir wurden gezwungen, bei jedem Wetter die Ausbaggerung der zahlreichen, in der Nähe gelegenen Seen vorzunehmen. Wenn wir mit dieser Arbeit nicht fertig wurden, mußten wir die ganze Nacht über strammstehen. Wir durften uns nicht rühren, und brach eine von uns vor Erschöpfung zusammen, dann wurde sie solange geprügelt, bis sie unter Aufbietung der letzten Willenskräfte durchhielt.
Hundehatz auf weibliche Häftlinge
Aus der Reihe der vielen Grausamkeiten und Gewaltakte, die gegen uns bei jeder Gelegenheit angewendet wurden, ist besonders die Hundehatz auf unsere Leidensgefährtinnen von Bedeutung.
Bei jeder Arbeitsgruppe, die draußen im Einsatz stand, wurden immer drei bis vier große Schäferhunde mitgeführt, damit das Arbeitstempo keine Unterbrechung erfuhr. Mit
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