Druckschrift 
Neun Jahre lebendig begraben : ein Tatsachenbericht aus der Hölle der Nazi-KZ / Wilhelm Zarniko
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen

aben

aben

keine

mer­

SS­

Noch

ische

Lager

vor­

um.

wußte,

s ge­

reck­

eunte

auen, keine

Lager. aucht,

s mit

Män­- Der

die

ir im

ager­ungs­

Man

werden

mehr

leiben

r dem

Worte

in die

litten, Jetzt,

n, soll Flucht

vor. Ich weiß, gelingt es mir nicht zu fliehen, steht mir ein schrecklicher Tod bevor. 2. Mai-

eine unheimliche Ruhe herrscht im Lager.

In den Lagerstraßen kein Mensch. Alles hockt in den Baracken. Mit gesenktem Kopf steht der Posten auf dem Turm, krampfhaft sein MG. haltend. Ob er ahnt, daß die Stunde der Vergeltung unerbittlich näher kommt? Und in den Baracken 20 000 Menschen, die auf den Tod warten. Eine neue Nachricht geht um. Heute Nacht soll alles in die Stollen, in denen wir noch bis vor wenigen Tagen für die Rüstung gearbeitet haben. Kilometerweit wurden sie in den Fels gebohrt. Vor Tagen sah ich Löcher in die Wände gebohrt für Dynamit! Mir fällt auf, daß heute Morgen zwei Bohrarbeiter das Lager ver­lassen haben. Ich frage nach ihrem Verbleib. Sie zucken mit den Achseln und sagen: Auf der Flucht erschossen. Jetzt wird mir alles klar:

-

Man will uns im Berg begraben!

-

Man wird uns in die Stollen treiben ein Knall und der Fels wird uns verschütten. Also heute Nacht! Ich finde keinen Weg, das Lager zu verlassen und gebe den Plan zur Flucht auf. Auf dem Gang in den Stollen muß sie mir gelingen so oder so. Ich muß dem Teufel noch im letzten Augenblick von der Schaufel springen. Meine ganze Hoffnung setze ich auf die kommende Nacht. Ich bitte meinen Schöpfer um Beistand. Langsam reift die Entscheidung heran, Stunde um Stunde vergeht. Niemand denkt an Schlaf. Gespannt warten wir, die Ruhe ist unheimlich. Nur das leise Stöhnen der Kranken hört man. Bleich scheint der Mond, wirft seinen Schein auf uns gequälte Menschenkinder, auf die trostlose Stätte. Langsam bricht der Morgen an. Nichts geschieht. Alles ist ruhig, niemand traut sich, die Baracke zu verlassen. Plötzlich hören wir Rufe. Jemand schreit sie, die unfaẞ­bare Nachricht:

Die SS ist nicht mehr da!

29