Druckschrift 
Neun Jahre lebendig begraben : ein Tatsachenbericht aus der Hölle der Nazi-KZ / Wilhelm Zarniko
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen

Ost­

icht

ick­

gen

ter,

Ich

gen

ind

heit

erer

S SO

ner,

ssen

har­

utet

och

en­

den

den

in

gen

euer

von

icht

uch

ende

tlich.

liche

ehen.

wir Lager imer.

opell­

rück­

und

mit

Knüppeln, Peitschen und Stöcken auf uns. Schreie dort fällt wieder jemand zu Boden. Grauenhaft hallt das Echo, das Schreien von den Felswänden zurück. Drei Tage hatte das Morden gedauert, viele tausende Menschen mußten ihr Leben lassen, weil einer unserer Kameraden versucht hatte, dieser Hölle zu entkommen. Doch gern wollen wir diese Qualen erdulden, wenn es ihm nur gelungen ist, nie wieder zurückzukehren. Aber schon am Abend des dritten Tages trägt man ihn ins Lager zurück, auf einer Bahre.

Tot, von Bluthunden zerfleischt,

-

eine unkenntliche Fleischmasse. Er wurde durch unsere Reihen getragen, man hatte ihm ein Schild auf die Brust gelegt mit der Aufschrift: Ich bin wieder da! Nie­mand entkommt aus den Klauen der SS. Es gibt nur einen Weg: Der Sprung in den Draht. Nein, so leicht gebe ich den Kampf nicht auf, ich will leben, denn ein­mal muß auch diese grauenhafte Zeit ein Ende haben. Sieben Jahre bin ich nun hier, sieben Jahre lang täg­lich neuen Foltern ausgesetzt, die teuflische Gehirne er­sinnen. Damit der SS die Zeit nicht langweilig wird, müssen wir ihr zum Gegenstand einiger, reizender" Spiele dienen. Sie treibt ihre Kurzweil mit uns in fol­gender Art: Die Wachen reißen uns die Mützen vom Kopf, werfen sie weit fort und warten, daß wir sie holen. Kameraden, die diese Methode noch nicht kennen, laufen ahnungslos los, um ihre Mütze wieder zu holen. Mit an­gelegtem Gewehr steht die Wache hinter ihrem Opfer, eine Salve der Unglückliche sinkt zu Boden! Andere müssen stundenlang den ,, Lagergruß" ausführen: Sie müssen, beide Hände hinter den Kopf gelegt, stunden­lang stehen. Als ich selbst eines Abends nach Feierabend da saß, die Hände im Schoß und gefaltet, fragte der Lagerführer: Was machst du Schwein? Ich sprang auf und meldete: Häftling 45 950 meldet sich zur Stelle. ,, Du hast gebetet," behauptete der Lagerführer. ,, Wollen es gleich mal feststellen." Ich hatte beide Hände mit ge­spreizten Fingern nebeneinander zu legen, er legte mir

-

21