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neuem. Schon als er um 5 Uhr’ an dem Posten vorbei wollte, mußte er wieder 100 Kniebeuge machen. So ging es Tag für Tag bis er nach 14 Tagen(es war an einem Sonntag) in der Dunkelkammer einem Herzschlag erlegen war.
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Da der Jude Sachs im politischen Leben eine bekannte Persön- lichkeit war, kam eine Kontrollkommission zur Untersuchung der "Leiche. Kaum zu glauben war es für uns, daß die drei Häftlinge, die unter Zwang an Sachs die Greuel verüben mußten, bei dem Prozeß in Leipzig (z. T. vielleicht auch zu Recht) verurteilt wurden.
Es kam für uns der bekannte 9. November. Dieser Tag wird uns ewig im Gedächtnis bleiben. Harte Stunden hatten wir den Tag. Am Abend mußten wir uns in einer Turnhalle die Feier von München an- hören. Beim Einrücken in die Unterkunft wurde der Häftling Puchin aus der Gegend von Zwickau von dem Sturmführer und Adjutanten des Lagerführers Schmidt herausgerissen und von dem- selben angeschrien:„Du Schwein lachst und uns stehen die Tränen in den Augen.“ Bereits dreimal war Puchin zu Stockschlägen ver- urteilt. Uns war klar, daß er nun zum vierten Mal diese Qualen auf dem eigens dafür angefertigten Marterinstrument durchzumachen hatte. i
y 4. Kapitel: Methoden des Mittelalters>
Es war Sonnabend. Ich war an diesem Tage dem Kommando zum Bau einer Waldstraße zugeteilt.‘Dort wurde schon gemunkelt, daß heute wieder einige auf dem Bock mußten. Ich hatte wohl schon da- von gehört, konnte mir aber von den Greueln keine Vorstellung machen. Das Herz schlug einem vor Erregung in dem Gedanken was heute mittag vor sieh gehen sollte. Beim Einrücken in das Lager stellte ich fest, daß auf den Dächern Maschinengewehre aufgestellt waren und in einem Viereck zwei Kompanien SS ’ebenfalls in Auf- stellung standen. Also hatten meine Kameraden doch recht.
Wir mußten mit unseren Schuhen in ein Bassin springen und die Schuhe mit einer Bürste reinigen. Neben dem Bassin standen Kübel mit Fett zum Einfetten der Schuhe. Wir mußten uns für einen beson- deren Appell reinigen. Die Gefangenen-Kompanien wurden zu einem Viereck aufgestellt, eine Seite blieb frei.
Nachdem der diensthabende SS -Offizier, Sturmführer Wigelt, uns zur Meldung für den Standartenführer aufgestellt hatte, erschien der Sturmbannführer Rödel in der Mitte. Er las uns den Befehl zum Durchpeitschen der beiden verurteilten Häftlinge vor. Der Erste, der Jude Goldmann/aus Dresden (sein Vater war Besitzer eines Kauf- hauses am Altmarkt) wurde mit 25 Stockschlägen bestraft, weil er beim Abholen des Essenkübels aus der Küche seine Nase mit der Hand,
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