Druckschrift 
Und Gott lacht ... : Predigt eines holländischen Pfarrers gehalten am Ostermontag 1944 im Konzentrations-Lager Dachau / Willem Eicke den Hertog
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen

der Furchtbarkeit dieses ersten Tages der Woche. So war dieser Morgen für alle, die Anteil hatten an dem Leiden und Sterben des Herrn, für die Jünger, für die Frauen der Anfang eines Schreckenstages, einer dies irae. Ein Anlaß zum Klagen und Weinen.

Am ersten Tag war der Herr ermordet worden. Die Erde erbebte, die Felsen zerrissen. Das Ende aller Dinge schien nahe.

Am zweiten Tage war es Sabbath . Gott ruhte von seinen Werken. Eine kurze Pause, eine kurze Aufschubfrist.

Und dann kommt der dritte Tag. Nun wird endgültig entschieden werden! Gott muß sich jetzt spüren lassen. Schwarze Drohung liegt über dem dritten Tag. Die Welt fängt aufs neue an. Aber wie sieht diese Welt aus? Eine Welt ohne Gott . Eine Welt ohne Christus. Eine Welt in der hoffnungslosen Finster­nis. Hören wir nicht, wie die beiden Jünger auf dem Wege nach Emmaus sagten: ,, Wir hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag!"

Der dritte Tag! Der Tag des Weinens! Er würde für uns alle gewesen sein, wie er für Esau war: Wir würden keinen Raum zur Buße finden, wiewohl wir ihn mit Tränen suchten. Tief erschüttert sieht Paulus in diese Möglichkeit hinein. ,, Wenn Christus nicht auferstanden wäre"

-

-

sagt er zu den Korinthern ,, wäre unsere Predigt vergeblich, wäre auch euer Glaube vergeblich!" Das ganze Leben würde vergeblich sein: ohne Sinn, ohne Zweck... Konnten die Jünger von sich auch etwas anderes erwarten? Jedenfalls wußten sie, daß mit ihrem Herrn ihre letzte Hoffnung, ihre letzte Möglichkeit gestorben war. Judas hat den dritten Tag nicht tragen kön­nen, aber wie würde es dem Petrus und den anderen gegangen sein, wenn Christus nicht auferstanden wäre?

Was das Leben ohne den auferstandenen, lebendigen Christus wäre, zeigt uns die weinende Maria am Ostermorgen. ,, Sie stand vor dem Grabe, und weinte draußen."

Der dritte Tag war für sie die letzte Möglichkeit den Herrn zu sehen, ihre besten Gaben dem Herrn zu geben. Sie kommt zum Grabe mit ihren Speze­reien, aber auch mit der Totalität ihres ganzen, liebenden, hoffenden, glauben­den Lebens für den toten Herrn. Und dann ist das Grab leer, die letzte Mög­lichkeit verschwunden. Maria kommt zu spät. Schreckliche Entdeckung des dritten Tages! Wir kommen zu spät!

Wie hat Maria den Herrn geliebt! Er hat sie befreit aus der Macht der Dämonen. Sie folgte ihm nach bis auf Golgatha. Ihre Liebe treibt sie zum Grabe und läßt sich durch den Tod nicht abschrecken. Ihre Liebe ringt um den

6

H

Li

ist

VO

ZU

H

di

VO

ha

te

H

In

Z1

$ 1

D

D

es

U

I

I

e

I