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freundliche Zimmerälteste brachte ihr zum Frühstück geröstetes Brot, eine andere Nachbarin stellte auf dem eisernen Ofen Bratkartoffeln her und gab sie ihr zum Abend. Doch die Tränen standen der Armen ständig in den Augen, und sie sprach nur wenig.
In den Straßen herrschte reges Leben, und ständig wurde gearbeitet. Die Männer sorgten für Pflasterung, Licht und Wasseranlagen, trugen Kohlen, fuhren Abfälle und Müll fort, waren als Gärtner tätig, während die Frauen die Zimmer, Gänge und Höfe säuberten, wuschen und in den Arbeitsstuben tätig waren, wo man Wäsche und Kleidung instand hielt.
Viele waren auch in der Kriegsindustrie beschäftigt. Militärmäntel und Uniformen kamen aus der Sammelstelle München zur Wiederinstandsetzung nach Theresienstadt. Für die Flugzeugherstellung waren Tausende von Frauen in der Glimmerspalterei Tag und Nacht beschäftigt. Es war ein anstrengender Dienst. Man durfte von der Arbeit kaum aufsehen, und die Kontrollen für die Leistung des Einzelnen waren streng. Jede Kleinigkeit wurde durch Strafmaßnahmen aller Art geahndet.
Da der Ort etwa 50 000 Juden beherbergte, so bedurfte er auch eines Verwaltungsapparates. An dessen Spitze stand der Judenälteste und der Judenrat, die dem SS. - Lagerkommandanten als höchster Instanz über Tod und Leben untergeordnet waren. Es war nicht ganz ungefährlich, Judenältester zu sein oder dem Rat anzugehören. Die meisten von ihnen kamen nach einiger Zeit in auswärtige Lager sogenannte Vernichtungslager fort, wo sie verschollen sind. Vor solchen Verschickungen war niemand sicher, und lähmende Angst kam über den Ort, wenn es hieß, daß 5000 oder 10 000 Menschen zum Abtransport mit unbekanntem Ziel binnen wenigen Tagen angesetzt seien. Dann wurde vor dem höchsten Alter und vor bettlägerigen Kranken nicht Halt gemacht, Familienbande wurden rücksichtslos getrennt, und der Jammer war oft herzzerreißend.
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Ein Ehepaar aus Breslau hatte eine 16jährige Tochter, ein liebenswürdiges, junges Mädchen, ihr einziges Kind. Der Vater war Warenhausbesitzer. Die Tochter wurde den Eltern entrissen und nach Polen verschleppt. Nie wieder hörten die Angehörigen voneinander.
Dasselbe Schicksal erlitt ein Berliner Ehepaar, dessen


