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Julius Berger und das Dritte Reich / Bruno Marcuse
Entstehung
Seite
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I

Bergers Altersjahre waren da, aber noch immer behielt er die Leitung des Unternehmens in Händen, neuen großen Zielen zusteuernd, die Aufgaben des Tages mehr und mehr jüngeren Kräften überlassend.

Da kam das Dritte Reich und brachte für Deutschland eine Umwertung aller Werte. Man verkündete das Dogma des Rassenunterschiedes. Die deutsche Herrenklasse hatte ihr Vorrecht geltend zu machen, minderwertige Rassen waren zu bekämpfen und auszumerzen. Die sachliche Leistung des ,, artfremden" Einzelwesens blieb demgegenüber ganz un­beachtlich. So lesen wir z. B. in der ,, Stuttgarter Zeitung " ( 1. Jahrgang, Nr. 2):-

.. In den Jahren vor 1939 erfuhr die Atomforschung eine gewaltige Förderung durch drei Forscher, die auf Grund der Nürnberger Rassegesetze Deutschland ver­lassen mußten. Es handelt sich um Prof. Otto Hahn *), Professor( in) Lise Meitner und Doktor Otto Frisch ." Deutschland verzichtete bewußt auf die Forscherarbeit von Mitgliedern der jüdischen Rasse. Seine Regierung war überzeugt davon, daß arische Wissenschaftler dank ihrer Herkunft dieser Aufgaben besser lösen. Bestätigt wird diese These durch die Aussage von Albert Speer , ehemals deut­ scher Reichsminister für Bewaffnung und Munition, der vor dem Gerichtshof in Nürnberg im Juni 1946 aussagte, daß Deutschland von der praktischen Verwirklichung der Atom­zertrümmerung noch ein bis zwei Jahre entfernt gewesen. sei, weil die besten Kräfte schon vor dem Kriege nach Amerika emigriert sind, so daß wir dadurch stark zurück­fielen."( Die Neue Zeitung, München, zweiter Jahrgang Nr. 50).

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Das Dogma war neuartig und erlangte Gesetzeskraft. Man schuf den Arierparagraphen. Man schuf die Nürnberger Gesetze .

Damit war jede Opposition nicht nur unterbunden, sondern sogar strafbar geworden.

,, Deutschland erwache! Juda verrecke!"

Eins bedingt das andere.

Aber in den Olympischen Spielen , die 1936 in Berlin statt­

*) Nach späteren Mitteilungen soll Professor Otto Hahn Deutschland nicht für längere Zeit verlassen haben.

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