Druckschrift 
Julius Berger und das Dritte Reich / Bruno Marcuse
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen

m

ms

g-

g-

50­

en

en

15­

Ar­

en

em

ne

on

ete

die

tel

auf

im

ein

ten

voran, der Geistliche und die Dorfbewohner folgten dem Sarge. Inmitten dieser gewaltigen Natur entstand so in aller Herzen ein ergreifendes Memento mori"- Gedenke des Todes."

"

Am andern Tage wanderten italienische Bauarbeiter, die in deutschen Betrieben während der Bausaison gearbeitet hatten, in ihre Heimat zurück. Diese anspruchslosen und fleißigen Leute hatten einen großen Teil ihres Lohnes sparen können und freuten sich nun auf eine sorglose Zeit im Kreise ihrer Familie.

Befriedigt sah Berger auf die Wanderer. Wieviel mensch­liches Glück kann doch durch ein großes Unternehmen denen gespendet werden, die darin tätig sind. Es mahnte ihn das Bild des Todes gleicherweise wie das Bild des Lebens: Carpe diem", Nütze den Tag".

"

So kehrten Bergers Gedanken wieder zu seiner Arbeit und zu neuen Bauplänen zurück. Er faßte den Entschluß, sich an einer öffentlichen Ausschreibung zu beteiligen, die von der Schweiz zur Verbesserung der internationalen Bahnver­bindungen damals beschlossen war.

Die Eisenbahnlinie, welche Basel mit Olten verbindet, führt über den Hauenstein, der in halber Berghöhe einen Tunnel besaß, zu dem die Züge in großen Schlangenlinien und Steigungen hinauffuhren, um auf der anderen Seite mit erheblichem Gefälle wieder zur Ebene zurückzugelangen. Man beschloß, an Stelle dieses Tunnels einen Tunnel durch die Sohle des Berges zu treiben, wodurch man die Fahrt­dauer der Züge um etwa eine halbe Stunde abkürzen konnte. Dementsprechend wurde der Bau eines Basistunnels acht Kilometer Länge und für zweigleisigen Betrieb aus­geschrieben. Um diese interessante Arbeit béwarben sich die größten Baufirmen Europas und reichten ihre Angebote ein. Die Julius Berger A.-G. war mit einer Forderung von 16 Millionen Franken am billigsten, und ihr Chef fuhr per­sönlich zur Generaldirektion, um den Auftrag für seine Firma hereinzuholen.

11

von

,, Es ist richtig", sagte ihm der Präsident, der ihn selbst empfing, daß Sie mit Ihrer Forderung etwa 20 Prozent billiger sind, als Ihre Konkurrenz, auch ist mir Ihre Firma für der­artige Arbeiten gut empfohlen worden. Aber trotzdem kann ich Ihnen den Zuschlag nicht erteilen, weil ich die ein­heimische Bauindustrie nicht übergehen darf."

,, Wollen Sie aus diesem Grunde den Mehrpreis, den die

25

25