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fuhr zur Eisenbahn- Neubaustrecke", sagte einer der Bauunternehmer zu Julius.
Auf den Aeckern lagen Findlinge, die für die Bestellung der Felder nur hinderlich waren, und die der Fuhrmann deshalb leicht von den Landwirten erwerben konnte. Er brachte sie mit seinen Gespannen zur Baustrecke, konnte aber die ausbedungene Zahlung nicht erhalten. Kurz entschlossen ging Julius zum Eisenbahn - Bauinspektor, klagte ihm sein Leid, und es gelang ihm, die Steine an die Eisenbahn direkt zu verkaufen. Auch dem Bauinspektor gefiel der zielbewußte junge Mann:„ Ich brauche sofort 3000 Faschinen", bemerkte er, können Sie solche liefern?"
" Jawohl, Herr Bauinspektor," war die schnelle Antwort. „ Dann tun Sie das sofort, denn ich bin in Verlegenheit." Julius war etwas vorschnell gewesen. Er wußte bis dahin noch gar nicht einmal, was Faschinen sind. Er bekam also einen roten Kopf und fragte zögernd:" Wie sollen diese Faschinen aussehen?"
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Der Inspektor zeigte ihm eine Abbildung. Da fiel dem jungen Mann ein Stein vom Herzen: Ach so, gebündelte Weidenruten!" murmelte er beruhigt. Das Zeug dafür konnte er bei den Bauern schneiden lassen. Auf diese Weise war die Geschäftsverbindung mit der Bahnverwaltung begonnen, und bald übertrug man dem jungen Berger nicht nur die Anlieferung der Baustoffe, sondern übergab ihm auch deren Einbau. So war dem Jüngling der schon seit den Kinderjahren ersehnte Bauunternehmerberuf erschlossen. Die sauren Trauben, von denen der Vater einst gesprochen hatte, fingen an zu reifen.
Mit Bedacht habe ich die ersten Schritte ins Baufach ausführlich geschildert, denn so hat ein Mann, der nur die Elementarschule besucht hatte, der durch seine Lehre wenig Fachliches in sich aufnahm und weder Ansehen noch Geld besaß, den Grundstein zu einem Unternehmen gelegt, das einmal Weltgeltung erhalten sollte. Aber ebenso, wie Raffael ein großer Maler geworden wäre, auch wenn er, wie man so sagt, ohne Arme zur Welt gekommen wäre, so mußte Julius Berger einmal ein, Großer im Beruf werden trotz aller ungünstigen Voraussetzungen. Er war zum. Bauunternehmer geboren.-
Der gesellige Verein„ Harmonie" in Zempelburg war ebenfalls eine Schöpfung des jungen Berger, der inzwischen in das dritte Jahrzehnt seines Lebens eingetreten war. Dort
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