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Julius Berger und das Dritte Reich / Bruno Marcuse
Entstehung
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drüben als Kulturdünger zugrundegegangen. Wer kann in die Zukunft schauen? Hätte Berger dies gekonnt, er hätte für die eigene Person und seine Frau gewiß anders ge­handelt.

Julius Berger war Bau- Unternehmer und liebte seinen Beruf. Der Drang zum Bauschaffen ist so alt wie die Mensch­heit selbst, nachdem sie gelernt hatte aufrecht zu gehen und ein Werkzeug in der Hand zu halten. Die Generationen streb­ten danach, die Baukunst zu entwickeln und so der Erde ein besonderes Gepräge zu geben. Das Bauen liegt dem Men­schen im Blut, ist sein instinktives Verlangen und einer sei­ner vornehmsten Berufe zu allen Zeiten gewesen.

Die Erdbewegung im Tiefbau verlangt Planung und Um­sicht. Für die Herstellung von Einschnitten, Kanälen und Ausschachtungen ist Boden auszuheben und fortzuschaffen, für Flugplätze, Ausstellungsgelände, Rampen, Straßenzüge ist oft wiederum Boden aufzuschütten und einzuebnen. Neue Brücken oder Staubecken verlangen Sinn für Eingliederung in das Landschaftsbild, Hochbauten erfordern Stilgefühl, Ge­schmack und müssen zweck dienlich sein. Die Arbeitsmetho­den, nach denen sich die Dauer des Baues und sein Preis bestimmt, haben sich ebenso wie die mit der Ausführung betrauten Menschen innerhalb eines Zeitraumes von 70 Jah­ren grundlegend geändert. Früher waren es meist Männer, die sich zum Schachtmeister oder Maurerpolier herauf­gearbeitet hatten, derb zupackende Menschen der Praxis. ohne besondere theoretische Vorbildung. Sie gingen den Arbeiten mit Spaten und Hacke zu Leibe, mißtrauisch gegen maschinelle Förderung, demgemäß auch langsam und teuer in der Ausführung der Bauten. Heute bilden die Unterneh­mungen fast fabrikmäßige Betriebe, ausgestattet mit einem sinnreichen Park von Transportanlagen und Werkzeugen, und der Betrieb gleicht beinahe einem Uhrwerk. Seine Lei­tung liegt in den Händen von Spezialisten, Ingenieuren und Maschinenfachleuten. Berger erkannte frühzeitig schon, daß es nötig sei, sich aller modernen Errungenschaften zu be­dienen und sicherte sich damit namentlich in Ost- Deutsch­ land einen Vorsprung, der die Entwicklung seines Unter­nehmens erklärt. Meine Aufgabe bleibt die Schilderung eines langen, arbeitsamen und erfolgreichen Lebens, dessen Werk sinnfällig vor uns steht, dessen Wirken dem Lande zu Nutzen gereichte und dessen schließliche Vernichtung als brutal und ungerecht erscheinen muß.

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