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vielleicht wirklich ein Lump sei, eine auszuscheidende Nummer, unwert der Beachtung und jeglichen Erbarmens, von Menschen nicht bloẞ, sondern auch von Gott verlassen. Jawohl, wir haben manches Mal Grund gehabt, ernstlich auf uns Acht zu geben, daß wir nicht dahin stolperten und fielen, wo man uns hinstoßen wollte. Solche Augenblicke des Verlassenseins von Gott mögen es wohl auch gewesen sein, als am Ende denn auch in Dachau jene paar Fälle geschahen, in denen Hunger, Elend und körperliche und seelische Heruntergekommenheit letzte menschliche Schranken fallen ließ und einfach die nackte Kreatur, ja die Bestie, zum Vorschein brachte, die ihresgleichen anfraẞ.
Und doch war das: solches Denken wie solches Abstürzen, war jene ganze böse Zeit nur ein Augenblick, ein ,, kleiner Augenblick", der Augenblick Gottes, der da spricht: ,, Ich habe Dich einen kleinen Augenblick verlassen", der aber gleich danach spricht:„ Aber mit großer Barmherzigkeit will ich Dich sammeln"; der da spricht:„ Ich habe mein Angesicht im Augenblicke des Zornes ein wenig vor Dir verborgen", der aber gleich danach tröstet: ,, Aber mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen"; der wohl eine Welt, die wir uns kunstvoll aufgebaut haben, um uns ein- und über uns zusammenstürzen läẞt: ,, es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen", der aber mitten zwischen den Trümmern unserer Existenz bei uns steht mit dem Worte, das da bleibet in Ewigkeit:„ Aber meine Gnade soll nicht von Dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen".
Doch nun sei hier bezeugt: wem sich das Angesicht Gottes in Jesu Christo, seinem Sohne, zugewandt hatte und wer umgekehrt sich dem Angesichte Gottes in Gottes Wort und in seinem Sakrament zuwandte, der hat auch im Lager dann doch immer wieder das Bild Gottes im Menschen sehen und erkennen könAber Gott hat uns nen. Menschen haben uns unwert geachtet. Menschen alle so wert geachtet, hat uns ,, also geliebt, daß er seinen
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