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Hitler-Geißel über Westfalen : eine Bilanz der Nazi-Zeit / Dr. Josef Hundt, Heinz Meyer-Wrekk
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Das deutsche Reich, beschnitten um diese östlichen Provinzen, muß den Strom der Flüchtlinge aufnehmen. Auch Westfalen ist als große Auffangstation eingeschaltet. Riesig sind die Probleme, die der Lösung harren. Die zurückflutenden Massen müssen ernährt, untergebracht und in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden. Aber die großen Städte sind zerschlagen, der Wohnraum beengt, die Industrie geschwächt, die Grundlage der Existenz erschüttert. Wie schwierig, den Ostflüchtlingen ein Stückchen Erde an- zuweisen, ihnen einen Raum zu geben, in dem sie sich heimisch fühlen können, ihnen einen Platz zu verschaffen, auf dem sie ein neues Leben aufzubauen vermögen. Fast unlösbar die Aufgabe, fast unüberwindbar die Schwierigkeiten, die sich täglich und stündlich vor

- denen auftürmen, welche die Geschicke des Landes leiten. Auch

Westfalen verspürt den schweren Druck, der in der Flüchtlingsfrage auf ihm lastet. Insgesamt 375 000 Menschen gilt es aufzunehmen. 206 146 wurden bislang im Münsterland erfaßt, von denen 116 000 dort verblieben. Bis Ende Februar ist im Bezirk Arnsberg die Zahl der evakuierten Flüchtlinge auf 264 949 angestiegen. Weitere 80000 aus dem jetzt polnischen Gebiet sollen hier noch angesiedelt werden. All diese Menschen kamen zum Teil in Schulen, in größere Lokale, in Bunker und nichtwinterfeste Räume.

So stellt sich das Erbe dar, das der Nationalsozialismus nach 12 Jahren brutaler Willkürherrschaft dem deutschen Volke hinter- lassen hat, ein Erbe, wie es trostloser nie von einer deutschen Ge- neration im Laufe einer zweitausendjährigen Vergangenheit ange- treten werden mußte. Ein Erbe, welches das Ende eines Weges be- deutet, der von Millionen unter Blut und Tränen, unter Ver- wünschungen und Flüchen, unter Verzweiflungsschreien und Friedensrufen durchschritten worden ist. Ein Weg, der durch alle Stationen der Hölle führte und der Europa und mit ihm Deutsch - land vor ein riesiges Trümmerfeld gestellt hat, aus dem das zer- schlagene Gestein weggeräumt werden muß, um den Boden für Frieden, Menschlichkeit und Völkerversöhnung zu bereiten. Ein schweres Werk! Möge das Schicksal dem deutschen Volke gnädig sein, daß es gelinge!

Dr... HE