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Hitler-Geißel über Westfalen : eine Bilanz der Nazi-Zeit / Dr. Josef Hundt, Heinz Meyer-Wrekk
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die Schulen geschlossen waren, und daß die Jugend überall auf den Straßen und auf dem Lande wild herumlief. Obwohl ich durchaus einsehe, daß die Zustände auch heute alles andere als gut sind, glaube ich dennoch, daß alle sich daran erinnern sollten, wie die Zustände damals waren..."

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Wer heute zurück denkt an die erste Zeit nach der Kapitulation", legte Oberpräsident Dr. A melunxen in seinem anschließenden Rechenschaftsbericht dar ,,, als in den Städten riesige Trümmer­haufen auf den Straßen lagen, Kanalisation, Gas-, Wasser- und Strom­versorgung zerstört waren, wer daran denkt, daß die Eisenbahn und der gesamte Verkehr infolge der Zerstörung zahlloser Brücken stillagen, wer sich erinnert, daß das Ruhrgebiet von der Ernährung völlig abgeschnitten war, der kann, so er guten Willens ist, ermessen, welch gewaltige Arbeitsleistung von unserer Bevölkerung und unse­ren Behörden in den vergangenen Monaten vollbracht worden ist. In erster Linie ist die Gewinnung von Arbeitern für den Bergbau und das Baugewerbe notwendig. Gleichzeitig muß die Landwirt­schaft mit genügend Arbeitskräften versorgt werden. Die Beschaf­fung einer hinreichenden Zahl gesunder, kräftiger Männer scheitert aber an den Kriegsverlusten...

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So wird in den Ansprachen dieser beiden führenden Männer West­falens erneut die große Tragödie dieses Landes offenbar, die ein Teil des erschütternden Trauerspiels ist, das sich auf der politischen Bühne des Reiches abspielte und sich zur größten Katastrophe auswirkte, die jemals in deutscher Geschichte zu verzeichnen war.

In jedem Hause

H. M.-W.

liegt ein Toter

September 1939! Mit frevelnder Hand wirft Hitler die Fackel des Krieges in die Landschaft Europas . Er reiht der Kette seiner Ver­brechen das blutigste Glied an, er beschreitet die Bahn, die ihn in den schwindelnden Abgrund stürzt. Europa ist entsetzt. Deutschland marschiert. Wie eine Präzisionsmaschine rollt die Wehrmacht über Polen , wie ein Koloß wirft sie sich auf Norwegen , Holland , Belgien und Frankreich , wie ein Moloch nimmt sie Jugoslawien und Grie­ chenland . Die Welt lodert im Feuerbrand. Die Menschheit ist ge­lähmt von diesem wilden Anprall, sie ist betäubt von diesen Eroberungszügen, von diesem gigantischen Abenteuer. Deutschland geht seiner erschütterndsten Tragödie entgegen.

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