DER FLUCHENDE
IM TAL DES TODES
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Reckt aus dem Grab der Qualen sich noch ein Atmender herauf, zerfetzten Leibes schon, doch urgewaltig, ein Turm der Leidenschaft, um seinen Fluch zu dröhnen?
Ist dieser da der letzte Mensch in einer Menschheit, die vertiert?
Ist er von Ewigkeiten her der Wächter
der Gequälten, die nicht mehr sprechen, lachen,
nicht mehr schreien, stöhnen?-
Er ist der letzte, blutbeschmiert,
der letzte von Millionen Hingemetzelter
im Tal der Schlächter.
Da steht er schwer und groß. Prophet der Flüche,
herausgehoben aus verstummter Klage erwürgter Menschenleiber.
Er ist das Herz der Menschheit.
Ist der Sprecher aller Kinder, Greise, Männer, Weiber.
Er ist das Wort, das ihrem Mund entflammte.
Er ist ihr Auge, ist ihr Mund, qualaufgerissen.
Er ist das Wissen und Gewissen.
Er ist die Stirn, die tief mit Jahwe ringt.
Er ist der Streiter wider rasende Gewalt.
Die schweren Fäuste, die er wie Keulen schwingt, vollenden die Gestalt
der zornigen Flamme,
die in den Himmel ragt
und eine Welt anklagt.


