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Reportage, unter dem Strang geschrieben / Julius Fučík
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Meinen Eltern wollte ich für ihre Liebe und schlichte Hoheit einen sonnigen Herbst sichern durch meine ganze Arbeit. Möge er nicht dadurch getrübt sein, daß ich nicht bei ihnen bin.Der Arbeiter stirbt, die Arbeit lebt, und in der Wärme und im Licht, das sie umgibt, werde ich immer um sie sein.

Meine Schwestern Liba und Veralein bitte ich, durch ihren Gesang Vater und Mutter die Lücke in unserer Familie ver- gessen zu machen. Sie haben genug Tränen geschluckt, als sie uns im Petschek-Haus besuchen kamen. Aber Freude lebt in ihnen und dafür habe ich sie lieb, und darum haben wir ein- ander lieb. Sie sind Säerinnen der Freude mögen sie nie auf- hören, es zu sein.

Den Genossen, die diese letzte Schlacht überleben und die nach uns kommen, drücke ich fest die Hand. Für mich und für Gusti. Wir haben unsere Pflicht erfüllt.

Und noch einmal wiederhole ich: wir haben für die Freude gelebt, für die Freude sind wir in den Kampf gegangen und für sie werden wir sterben. Deshalb möge nie Trauer mit unserem Namen verbunden sein.

19. V: 43. JR:

x 22. Mai 1943

Abgeschlossen und unterschrieben. Beim Untersuchungsrich- ter bin ich schon seit gestern fertig. Es geht sogar rascher, als ich vorausgesetzt hatte. Es scheint, daß ihnen der Fall irgend- wie eilt. Mitangeklagt sind Lida Plachä und Mirek. Nichts hat ihm seine Verräterei genützt.

Beim Untersuchungsrichter ging es korrekt und kalt zu, bei- nahe frostig. Bei der Gestapo war noch ein Stück Leben, schrecklich, aber doch ein Stück Leben. Es war Leidenschaft drin, die Leidenschaft der Kämpfer auf der einen Seite und die Leidenschaft der Jäger, der Raubtiere oder sogar gewöhnlicher Räuber auf der anderen Seite. Einige von dieser anderen Seite hatten dort sogar etwas wie eine Überzeugung. Hier, beim Untersuchungsrichter, war es nur mehr ein Amt. Große runde Pletschen mit dem Hakenkreuz auf den Aufschlägen demon- strierten eine Überzeugung, die innerlich fehlt. Sie sind das

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