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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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Thermal! Ein riesiger Park öffnet sich vor uns. Ein pompöses Hotel steht zwischen seinen uralten Bäumen. Von dem ehemaligen Besitzer verlassen, ist dieser ein­stige Erholungsort der Reichen jetzt beschlagnahmt und soll als Zwischenstation für die aus Deutschland zurück­flutenden Fremdarbeiter dienen. Hier können die aus­gemergelten Körper für kurze Zeit neue Kräfte sammeln. Hier entscheidet sich auch mein Schicksal. Der Kapitän, als Chef der Abteilung, ist einverstanden, daß ich bei dem Detachement bleibe.

,, Sie können sich hier nützlich machen. Ich gebe Ihnen ein Zimmer. Sie bekommen Ihr Essen und auch täglich genügend zu rauchen. Geld geben wir Ihnen nicht, weil wir dazu nicht befugt sind. Unser Weg geht immer hin­ter der dritten Armee her, so daß Sie in absehbarer Zeit in Deutschland sind. Wir bauen die Lager alle erst auf. Sie sind somit unser erster Schützling, der erste Refuge." Nur zu gerne sage ich zu alledem ja. Was frage ich nach Geld. Jetzt weiß ich mich in Sicherheit und auf dem Wege zur Heimat.

Nach einigen Tagen, als wir langsam rüsten, um Frank­ reich zu verlassen, wird mir auch die Bitte gewährt, in Hasnon Abschied zu nehmen. Der Leutnant ,, van der Mühl", ein gebürtiger Schweizer , begleitet mich. Strahlende Gesichter, jauchzende Freude empfangen uns, als wir bei Morivals das Haus betreten. Trauer und leise Wehmut breitet sich über die Züge, als ich vom Abschied spreche. Hier erfahre ich auch, was der Leutnant der Pa­trioten alles versucht hat, um meinen Aufenthalt in Va­ lenciennes zu erfahren. Einen Tag nach meiner Verhaf­tung fuhr er schon zur Stadt, um mich wieder herauszu­holen. Erst wußte niemand, wo ich geblieben war. Als er mich endlich in der Kommandantur aufgestöbert hatte, mußte er hören, daß ich unterwegs nach St. Amand sei. Jenny, die älteste Tochter, holt ihn jetzt zu unserer Ab­Der schiedsstunde. Und dann sitzen wir zusammen. Deutsche , der hier Sicherheit und Schutz gefunden hatte, die Franzosen , die mir Freunde geworden sind, und der Amerikaner, der mich jetzt unter seine Fittiche nimmt. Viele Gedanken tauschen wir aus. Ein Ahnen geht durch den Raum. Ein Ahnen von kommenden Frieden und Völ­

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