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Der Sergeant zieht in der Mitte des Saales seine Triller- pfeife hervor. Lautlos horcht alles auf seine Worte, wäh- rend der Dolmetscher mir eine gedrängte Übersetzung gibt.
„Kameraden, ich habe hier einen deutschen Freund. Er ist aus einem Konzentrationslager geflüchtet und hat sich in Hasnon versteckt gehalten bis die deutschen Soldaten abgezogen sind. Die FFI hat ihm ein Dokument ausge- stellt, welches ihn als Freund Frankreichs ausweist. Mor- gen geht er zurück nach Hasnon . Wo kann er schlafen, an welchem Tisch kann er essen?“
Ein ungeheurer Sturm setzt ein, als der Sergeant geendet hat. Ich werde buchstäblich überfallen und kann mich einfach nicht retten vor den vielen Beweisen des Wohl- wollens. Bei jedem soll ich sitzen, zu jedem auf die Stube kommen zum Schlafen. — Nie werde ich vergessen, daß französische Arbeiter einen deutschen Flüchtling als ihresgleichen angesehen haben und mit ihm Brot und Bett teilten.— Endlich sitze ich wohlbehalten zwischen vier jungen Kameraden. Jeder will mir sein Fleisch vom Teller zuschieben. Sorgfältig achten sie darauf, daß mich keiner zu einem anderen Tisch holt. Die Verständigung geschieht auch hier durch einen Dolmetscher. Lächelnd sieht der Sergeant, daß ich gut untergebracht bin. Mit einem heiteren„Ca ra“ verabschiedet er sich.
Auf dem Wege zu den Schlafräumen entdeckt einer mei- ner neuen Freunde, daß die Zehen aus meinen Schuhen herausgucken.
„O!“ Er zeigt auf eine größere Garage und zieht mich hin- über. Ein wachestehender Kolonialsoldat gibt uns nach kurzen Worten den Weg frei, und wir betreten das Innere. Auf meine Schuhe zeigend, meint mein Begleiter:„Parlez. Ich schaue mir die Gesichter rundum an. Etliche SS -Leute sind darunter. In wenigen Worten schildere ich, was mich zu ihnen führt und frage, ob einer unter ihnen ist, der seine Schuhe mit mir tauscht. Keiner meldet sich. Jeder versucht, sich hinter dem anderen zu verstecken. „Nu, alenez, Soldat— komm!“ Mein Freund wird un- geduldig, und auch mir dauert es zu lange. Ich greife mir einen der SS -Leute.
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