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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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dieses Thema. Schwer ist es, hierbei auf einen Nenner zu kommen. Gefühlsmäßig ist das Denken dieser einfachen Leute gut ausgerichtet. Nur in einem verwischen sich die Begriffe. In diesem Landstrich ist der katholische Glaube vorherr­schend. Ob Großbauer oder kleiner Landarbeiter, ob Un­ternehmer, Handwerker oder Betriebsarbeiter, alle ge­hören sie zur selben Konfession. Morivals sind sich des­sen bewußt, daß sie, um leben zu können, für Lohn ar­beiten müssen. Sie wissen auch, daß der Arbeitgeber immer versuchen wird, ihre Arbeitskraft auszubeuten, um seinen Profit zu vergrößern. Nur zu einem können sie sich nicht durchringen. Sie meinen, wenn der Arbeit­geber ein Katholik ist, dann ist er gut. Auch wenn sie von ihm ausgenützt werden. Es will ihnen nicht ein­gehen, daß ich keinen Unterschied der Konfessionen mache, sondern nur den der Klassen. Egal, welcher Glaube vorhanden ist, wer von der Arbeitskraft anderer lebt und profitiert, gehört zu den Ausbeutern.

Obgleich wir in diesen Fragen zu keiner Einigung kom­men, wird unser gutes Verhältnis nicht getrübt. Mehr als einmal betonen beide Morivals, daß ich nach Kriegs­ende unbedingt nach Frankreich zurückkommen soll. Hier, unter diesen Verhältnissen weiß ich so recht die technische Errungenschaft des Radios einzuschätzen. Früher wurde sie nie so richtig gewertet, sondern eben als bestehende Tatsache hingenommen. Hier bin ich, um etwas von den Kriegsschauplätzen zu erfahren, unbe­dingt darauf angewiesen. Täglich verfolge ich das Vor­dringen der Alliierten und das Zurückgehen der Deut­ schen . Im Westen sind die Anglo- Amerikaner bei Cha­lons und Laon. Sie stehen kurz vor der belgischen Grenze. Im Osten überstürzen sich die Ereignisse im unerhörten Tempo. Ungarn , Bulgarien , Slowakei über­all Aufstände. In Rumänien haben die Russen das Öl­gebiet besetzt. Unter diesen Umständen wird meine Be­freiungsstunde bald endgültig geschlagen haben. Bis da­hin vertiefe ich mich immer intensiver in die franzö­sische Sprache. Ab und zu riskiere ich auch abends einen kleinen Spaziergang. Bei der Gelegenheit passiert es mir, daß mich einer für einen Engländer hält, der aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflüchtet ist. Meine Ver­

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