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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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Hinter dem Haus steht im Garten noch ein Taubenschlag. Eine kleine Leiter führt nach oben. Tauben gibt es nicht mehr, dafür steht dort ein Bett aufgeschlagen.

Wieder ist es Mitternacht, als ich mich auf den Weg machen will! George und Jenny gucken sich an und rat- schlagen.

Willy, vous couchez ici. Nix gehen petit Quartier. Nun ist die Frage gefallen, die längst zu erwarten war.

Nicht nur, daß ich versteckt gehalten werde, jetzt soll ich

endgültig in die Hausgemeinschaft aufgenommen wer- den.

Nach langen Erklärungen schält sich folgendes heraus. Georges macht mit einem Kollegen in Wechselschicht den Bahnwachdienst. Dieser andere Wächter, ein älterer, et- was geistig beschränkter Mann, schläft in dem Bett im Taubenschlag. Ich soll nun ins Haus, und in den Nächten die Hütte aufsuchen, in denen der Alte Tagdienst hat. Bon Georges, je couche ici. Jenny wendet sich ab, daß ich ihr Gesicht nicht sehen kann.

Das muß ich schon sagen, angenehmer schläft es sich in einem richtigen Bett.

Heute wollen wir nun Morivals Kartoffeln ausmachen. Mit Körben und Hacken bewaffnet, ziehen wir aufs Feld. Munter tummeln sich die Kinder mit ihrem Spitz. Immer wieder kommt eines mit einer Frage zu mir ge- sprungen. Georges richtet sich auf und reckt den Rücken. O Willy, la bas maboule! Nix sprechen! Cette homme nest pasbien.

Maboule, homme? Unbekannt, kenne ich, nicht. Nix sprechen, das habe ich begriffen. Ich schaue in der ge- wiesenen Richtung und sehe einen Arbeiter auf uns zu- kommen. Vielleicht ist es ein Nachbar. Für mich exi- stieren nur meine Hacke und die Kartoffeln. Aus den Augenwinkeln beobachte ich den Unbekannten. Schmut- zige, zerrissene Kleidung, Bartstoppeln im Gesicht, das ist er. Ob ich vor einigen Tagen auch noch so aussah? Der Familie Morival muß er aber bekannt sein, denn sie unterhalten sich miteinander, als sähen sie sich täglich. He, bon Jour Monsieur! Jetzt meint er mich. Ich arbeite. Meinethalben mag er mich für taub oder gar für blöd halten. Eine Antwort bekommt er nicht. Die Warnungnix sprechen klingt mir noch in den Ohren.

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