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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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Holz und Eisen ragt gen Himmel. Bizarre Formen haben die Schienenstränge angenommen. Hier werden in ab­sehbarer Zeit kein Truppentransport und kein Nach­schub passieren.

Hasnon! Ein kleines Durchgangsdörfchen halbwegs zwi­schen St. Amand und Valenciennes . Es liegt unmittelbar an der Landstraße. Auch hier hat der Krieg seine Spuren hinterlassen. Die große Kanalbrücke ist gesprengt und später durch eine Holzbrücke notdürftig ersetzt worden.. Der Kirchturm ist nur eine Ruine. Hier und da ragen rauchgeschwärzte Mauerreste einstiger Häuser empor. Der Kanal. Breit und ruhig fließt sein Wasser dahin. Munter tummeln sich alt und jung, Männlein und Weib­lein in den Wellen. Auch mich zieht es zur Badestelle. Einmal so richtig den Landstraßenstaub abspülen. Langsam schlendere ich den Uferweg entlang. Da!- Aber nein, Das ist doch!- Die Figur, das Gesicht!

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es wäre unmöglich. Schon allein die Entfernung von Tours bis hierher. Und doch möchte ich behaupten. Na sicher. Da kommt er daher, unser früherer Lager­ältester Otto Brunke. Tadellos in Schale, an der Hand ein Fahrrad, ihm zur Seite eine junge Frau. Otto, Otto, wie hast du das bloß gemacht?

,, Mensch, Otto! Was machst du hier? Seit wann liegt Tours in Nordfrankreich? In Tours bist du getürmt, und hier tauchst du auf?

Ruckartig fliegt sein Kopf bei meiner überraschenden Anrede herum. Erstaunen malt sich auf seinem Gesicht. Bist du ,, Ja, zum Donnerwetter, Willy, du hier?

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allein? Wo kommst du her? Mensch, wie du aus­siehst. Moment mal.-"

Mit einigen erklärenden Worten läßt er seine Begleiterin vorangehen. Ich weide mich an seiner Ueberraschung. ,, Na ja, Otto, gleich dir sind auch andere getürmt. Du beim Angriff aus dem Waggon, ich in Belgien aus dem Lager. Du bist heil weggekommen, andere sind kaputt­gegangen. Hinter Tours bei einer Massenflucht dreißig Tote und Verwundete in einer Nacht. Aber sag mir nur, wie kommst du bis hierher, und dann in dieser Auf­machung?" ,, Willy, ich habe hier ein Mädel kennenge­lernt. Ich habe ihr nicht gesagt, daß ich aus dem Kon­zentrationslager geflüchtet bin. Sie weiß, ich bin deut­

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