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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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,, Das Mädel hat schon recht, essen Sie nur alles auf. Sie geht zur Küche und macht etwas für den Weg fertig." Wohlwollend lächelnd steht der Chef unter der Tür und schaut uns zu. ,, Ja, wie wir schon gesprochen haben. Sie ziehen weiter, und da möchte ich Ihnen einen guten Rat geben. Halten Sie sich nicht zu weit nach Osten, wenn Sie die Amerikaner nicht verfehlen wollen. Sie werden in absehbarer Zeit wohl hier sein. Ich gebe Ihnen drei­hundert Franc mit auf den Weg. Sie werden das Geld brauchen können. Ja, und wenn die Deutschen fort sind und Sie sind nicht zu weit von hier, kommen Sie zurück. Hier sind Sie jederzeit willkommen. Arbeit gibt es ge­nug. Und nun, Glück auf den Weg!"

Das Mädel schiebt mir ein Päckchen unter den Arm. Ihre jungen roten Lippen blühen mir entgegen. Wer könnte daran vorbeigehen? Einen Abschiedskuẞ und dann, ade, Mädchen!

Orchies liegt hinter mir, St. Amand habe ich zur Seite gelassen. Mein Ziel ist Valenciennes . An Waldrändern entlang, auf Feldwegen verfolge ich meinen Weg. Wenn ich zurückdenke an die letzten Tage, ist es mir, als sei ich schon lange unterwegs. Bis jetzt habe ich unverschäm­tes Glück gehabt. Man wollte mich verhaften, an Kom­mandanturen bin ich vorbeigelaufen, SS habe ich ge­sehen, vor Feldgendarmerie konnte ich mich verstecken. Immer ist es gut gegangen. Überall fand ich Unterstüt­zung. Überall Hilfsbereitschaft. Jetzt könnte ich lang­sam daran denken, die gestreiften Hosen ad acta zu le­gen. Sie werden mir mit jedem Tag lästiger und ich glaube nicht, daß ich sie noch brauchen werde. Nur darf so ein auffällig gestreiftes Kleidungsstück nicht einfach weggeworfen werden. Da ich in dieser Gegend meine Zeit abwarten will, wäre schnell eine Linie gezogen. Hier ist die Hose gefunden, dort ist an dem Tage ein Fremder der Sprache nach ein Ausländer durchgekommen, in dem Ort hält sich einer auf, der ortsfremd ist Nee, so geht das nicht. Man hätte mich bald am Kragen. All die Mühsalen, die ich jetzt hinter mir habe, würden dann vergebens gewesen sein. Vielleicht ist dieses Wäldchen mit seinem dichten Unterholz der geeignete

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