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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
Entstehung
Seite
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sehen, da muß ich mich für heute mit Brombeeren be­gnügen. Diese sind allerdings reichlich vorhanden. Erst­mal einige, um den Magen zu betrügen, dann wird die Mütze vollgepflückt als Nachtmahl. Ich schätze, es wird 16 Uhr sein. Viehkoppeln gibt es rundum. Vielleicht finde ich eine Bretterbude mit Stroh als Unterkunft. Langsam schlendere ich die Waldwege entlang, krieche durch einige Koppeldrähte und stehe vor einer tadellosen Viehunter­kunft. Na also! Sogar Stroh ist schon drinnen. Behaglich sitze ich noch einige Zeit im Grase und lasse mir die letz­ten Sonnenstrahlen auf den Buckel fallen. Wehmütig betrachte ich Schuhe und Strümfe. Lange genug haben sie mir gedient. Jetzt will sich jeder Faden, jedes Leder­teilchen selbständig machen. Das Hemd wird in jeder Naht untersucht, und wie könnte es anders sein, ich finde Mitbewohner. Sicher haben wir im Lager mehr von die­sen lieben Viechern gehabt. Im Zuchthaus Luckau gab es, ebenso wie auf dem ,, Alex" in Berlin , Wanzen. In Duis­ burg unterhielten wir uns mit Flöhen niedlichen sprin­genden Ungeheuern die einen von der Arbeit müden Kumpel zum Rasen bringen konnten. Jetzt sind es mal zur Abwechslung Läuse. Solange es nur juckt, geht es noch. Hat man sie aber erst mal wirklich gesehen, graut man sich, ins Hemd zu steigen. Drüben auf der Weide steht eine Pumpe mit einem großen Steintrog. Der wird voll Wasser gepumpt, und dann nichts wie ,, hinein". Das alte Hemd, mit dem ich geflüchtet bin, wird als Hand­tuch benutzt und trocknet später auf dem Leibe. Nun rein in das Stroh und geschlafen. Morgen ist ein neuer Tag.

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Langsam muß ich daran denken, an einem Ort Fuß zu fassen und auf die Alliierten zu warten. Es ist eigentlich ein Zwiespalt in mir. Wenn mir die augen­blicklichen Verhältnisse in Deutschland nicht so unbe­kannt wären, würde ich versuchen, mich durchzuschlagen. Andererseits ist die Bevölkerung hier sehr optimistisch. Sie erwartet in wenigen Wochen die Befreiung durch die Engländer und Amerikaner.

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,, Bon jour, Monsieur! Vous safez travail pour moi? Je no manger. Je viel Hunger."

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Ein kleiner ärmlicher Hof ist es, auf dem ich vor­

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