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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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Schon für die Übernachtung bin ich ihm dankbar. Müh­selig hatte er einige deutsche Brocken zusammengesucht, um sich verständlich zu machen.

Diese Nacht schlafe ich unter Dach. Angenehmer ist es doch, als unmittelbar den Himmel über sich zu haben. Was wohl in Deutschland meine Mutter macht? Seit Mai weiß ich von ihr gar nichts mehr. Die letzte Nachricht war nicht erfreulich. Als Kranke wurde sie mit anderen nach Breslau evakuiert. Drei Tage und Nächte mußten die Leidenden, teilweise mit hohem Fieber, in den Wag­gons kampieren. Dann wurden sie nicht etwa ausgeladen, sondern nach Berlin zurücktransportiert. Also schon im Mai 1944 waren die deutschen Behörden nicht mehr in der Lage, eine organisierte Unterbringung von Krankén und Ausgebombten durchzuführen. Ich wüßte im Augen­blick nicht, wo ich die Mutter suchen sollte. Doch die Hoff­nung will ich nicht fahren lassen, daß nur einige Monate vergehen können, bis ich mit ihr wieder zusammen bin. Da muß mich doch der Schlaf übermannt haben. Das Tagesdämmern dringt durch die Fenster. Die Hähne schmettern ihr Kikeriki, auf dem Hofe klappern die Milcheimer. Nun aber hoch vom Heulager. Ich werde mir mein Frühstück verdienen und melken helfen. Freund­lich lächelnd begrüßt mich die Frau, als ich in dem Stall erscheine. Den Bauer selbst treffe ich erst eine Stunde später beim Frühstück. Nachdem ich gesättigt bin und allerlei gute Ratschläge entgegengenommen habe, schlage ich mich seitwärts in die Büsche. Eine kleine Schwenkung nach Osten ist notwendig. Ganz nach Osten kann ich noch nicht wandern, die Gefahr, die vordringenden Alli­ierten zu verfehlen, ist dann zu groß. Ich werde erstmal die Richtung Bouvines- St. Amand halten.

Der Vormittag geht dahin. Munter ziehe ich meine Straße. Selten ist ein Mensch zu treffen. Ein eigenartiges Jucken quält mich. Brennt die schweißfeuchte Kleidung oder habe ich-?

Ich wage es nicht zu denken. Ob sich mal wieder Haus­tierchen im Hemd Quartier gesucht haben?

Da vorn steht ein guter, dichter Wald. Der wird auf­gesucht, und dort wird Rast gemacht.

Die Bäume spenden einen angenehmen Schatten. Der Magen knurrt zum Erbarmen. Ein Hof ist nirgends zu

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