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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
Entstehung
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blicken greift sie in die Tasche und reicht mir einige Franc zur Trambahnfahrt nach Lille .

Sehe ich so müde aus?

Da stehe ich nun an der Haltestelle und warte auf die Bahn. Die erste fährt vorbei. Ich habe nicht den Mut einzusteigen. Zwischen all den Uniformen sind nur ver­einzelte zivile Fahrgäste. Wenn ich nun mit dem Schaff­ner radebreche, müßte ich unweigerlich auffallen. Auch die zweite und dritte lasse ich durch.

Nee, lieber frech und frei an allen Kommandanturen vorbeigelaufen als hier eingestiegen.

Eine herrliche Baumallee nimmt mich auf. Schnurgerade führt sie bis nach Lille . Ab und zu fährt eine Trambahn an mir vorüber. Es ist doch besser und sicherer, wenn ich laufe. Leise klimpern meine Francstücke in der Tasche. ,, Seid nur ruhig, auch ihr werdet noch gebraucht." Sakra, ein schönes Stück Weg ist es doch, ehe man ans Ziel kommt. Mit der Zeit klebt die Zunge am Gaumen. Ob ich in dem dort abseits liegenden Hof einmal vor­spreche? Nach meiner Schätzung ist es 17 Uhr. Ein Ver­such schadet nichts. Werde ich abgewiesen, laufe ich weiter.

Auch hier ist es wie überall. Nachdem die Leute wissen, wer ich bin, schwindet ihr Mißtrauen. Ich möchte etwas trinken und mich waschen. Ausgezeichnet werde ich be­wirtet.

Am späten Abend kommt der Bauer vom Felde heim. Er ist der Meinung, ich könne nicht nach Lille gehen. ,, Der Druck und die Kontrolle durch die deutschen Or­gane sind dermaßen stark, daß Sie sich dort nicht halten können. Lassen Sie die Stadt rechts liegen und gehen Sie mehr ins Land, vielleicht in Richtung Valenciennes . Sie sind dann näher dem Frontdurchbruch und näher der deutschen Grenze."

Schade, da habe ich gedacht in Lille Anschluß und für einige Tage Ruhe zu finden. Wieder nichts. Der gute Mann meint mich trösten zu müssen. Er sieht die Ent­täuschung in meinem Gesicht.

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,, Bleiben Sie zur Nacht in meiner Futterküche hinter dem Stall und ziehen Sie morgen früh weiter. In das Haus kann ich Sie nicht nehmen, hier klopfen fortwährend Soldaten an."

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