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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
Entstehung
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Wenn ich nur wüßte, wie die Jungen anzusprechen sind? In Flandern klappte die Verständigung einigermaßen auf Platt und Flämisch. Ich muß es mit einigen mir zu Gebote stehenden französischen Brocken versuchen. ,, Pardon Messieurs, je voudrais travailler. Je partie kon­zentration. Je antifaschist allemand."

Mißtrauen liegt in ihren Blicken, Abwehr in ihren Mie­nen. Erst als ich eine Ecke meiner, Gestreiften" sehen lasse, lockert sich ihre Haltung. Von den hervorsprudeln­den Worten verstehe ich gar nichts. ,, Parlez lentement, sil vous plaite." ,, La basse Restau­rant, Cèst notre Camerad qui parle allemand." Aha, drüben in der Wirtschaft scheint ein Franzose zu sein, der deutsch spricht. Während der eine mit mir hin­über geht, läuft der andere eilenden Schrittes die Straße entlang. Düpiert schaue ich ihm nach. Was bedeutet das nun wieder?

,, Camerad partie?" ,, Oui, oui! Il vient retourne." Mein Begleiter wird in der Wirtschaft mit einer gewissen Achtung empfangen. Auf seine Bestellung hin setzt mir der Wirt Bier und ein Mittagessen auf den Tisch. Heiß­hungrig beginne ich zu essen. In der Zwischenzeit er­scheint der erste Franzose mit einem älteren Kollegen. Es entspinnt sich eine lebhafte Debatte, begleitet von heftigen Armbewegungen. Verstohlen werde ich dabei immer wieder beobachtet.

Sollen sie beschließen, was sie wollen! Ich bin erst mal satt. Behaglich schiebe ich den Teller zurück und harre der Dinge, die da kommen werden.

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, Wir würden Sie schon hier behalten", wendet sich der eine Arbeiter in ziemlich einwandfreiem Deutsch an mich. ,, Aber es kann nicht angehen. Vor einigen Tagen ist der Vater meines Kameraden dort von der Gestapo erschos­sen worden. Er soll Sabotage an Transportzügen verübt haben. Bei uns flog eine Bahnbrücke in die Luft." Etwas wie Stolz klingt in seinen Worten. ,, Nun müssen wir vieles über uns ergehen lassen, Haus­suchungen, wahllose Verhaftungen, Erpressungen usw. Dies alles manchmal in einer Woche mehreremal. Gewiß sind wir jedesmal orientiert, wenn die kommen. Wir können Sie hier verstecken, auch ernähren möchten wir Sie von dem Wenigen, das man uns ließ. Ist Ihnen damit

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