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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
Entstehung
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sie mal mein Verräter. Vorerst kann sie aber noch man­chen guten Dienst leisten. Sie wird oft, wenn die sprach­liche Verständigung nicht klappt, der Mittler zwischen der Bevölkerung und mir sein müssen. Nachdem die Haare durchgekämmt sind, sehe ich wohl wieder mensch­licher aus. Jedenfalls ist nicht mehr auf den ersten Blick ersichtlich, daß ich ein Gejagter bin.

Als ich die Küche betrete, näht die Tochter gerade noch einen Knopf an ein Oberhemd. Prüfend betrachtet mich die Mutter.

,, Hm, so geht es wieder. Dieses Hemd ziehen Sie an. Mein Mann kann es entbehren und Ihnen tut es not. Setzen Sie sich erst mal und essen Sie."

Während des Kauens schildere ich in kurzen Zügen, was hinter mir liegt, dabei immer wieder die Blicke zum Fenster hinausschweifen lassend. Gestärkt und erfrischt erhebe ich mich.

,, So, Mutter, ich ziehe weiter. Will heute noch so weit kommen, wie es irgend geht. Den Weg zur Grenze haben Sie mir gut beschrieben. Ich werde ihn kaum ver­fehlen. Mutter, ich werde nie vergessen, daß Sie mir die erste Hilfe gaben. Leben Sie wohl und vielen Dank-"

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Sie drückt mir fest die Hand. Scheu schlägt sie ein Kreuz vor meiner Stirn. ,, Gehen Sie und kommen Sie gut nach Ihrer Heimat.- Mein Junge ist in deutscher Gefangen­schaft-!"

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Gits liegt hinter mir. Die Hauptstraße vermeidend, be­nutze ich Feldwege, die im spitzen Winkel die Staats­straße nach Ypern erreichen müssen. Wenig fragen, we­nig Auskunft verlangen, das muß mein Prinzip sein. Der Orientierungssinn soll mich führen. Was kommt es dar­auf an, ob ich die Grenze einige Kilometer mehr nach rechts oder links erreiche. Ich habe nur die Nähe von Ypern zu meiden. Also, frei weg, die Nase nach dem Süden. Es wird schon schief gehen. Gegen vier Uhr nachmittags sehe ich in einiger Ent­fernung von mir eine Reihe mächtiger Bäume auf­tauchen. Es dürfte die Staatsstraße sein. Bald bin ich bis auf hundert Meter heran. Ein Blick nach rechts und nach

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