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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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nicht ohne Aufsicht bleiben. Also, muß er erst zum Kom­mando zurück und das ist für mich ein Vorsprung. Über Stoppeln hinweg habe ich einen Feldweg erreicht, der nach Gits führt. Mein Ziel liegt seit langem fest. Durch Flandern muß ich durch, um über die Grenze nach Nordfrankreich zu gelangen. In Belgien zu bleiben ist unmöglich. Es wimmelt in dieser Ecke von Rexisten, die nur zu gerne den Zubringerdienst für die Gestapo übernehmen würden.

Ich muß der Front entgegengehen, mich von ihr überrol­len lassen, dann erst werde ich frei sein. Vielleicht kann ich Lille erreichen. Dort sind von unserem Transport im Jahre 1943 53 Kameraden aus dem fahrenden Zuge ge­flüchtet. Dort will ich unterschlüpfen. Vielleicht finde ich Anschluß an die französische Widerstandsbewegung. Unaufhörlich, fast automatisch, nehmen meine Beine die Straße. Menschenleer ist es um mich. Weit hinter mir ein schwarzer Punkt, der langsam näherkommt und größer wird. Ein Radfahrer. Der erste Verfolger?

Ich will lieber vorsichtig sein. Auch kann ich einige Mi­nuten Ruhe gebrauchen. Ein Sprung rechts über den Graben und im Kornfeld untergetaucht.

-

Ist das eine Wohltat, dieses Langausstrecken. Ist das eine Erquickung, die Zigarette. - Die Wäsche klebt am Körper und dampft. Langsam werde ich ruhiger und denke ans Weiterziehen. Wenn ich auch am Abend ausgepumpt bin und liegen bleibe, in den ersten Stunden muß ich eine möglichst weite Entfernung zwischen mich und das Lager bringen. Also, auf gehts! Keine Müdigkeit vorschützen. Langsam den Kopf hoch und scharf Um­schau gehalten.

Nanu, was ist das? Hundert Meter entfernt steht ein Häuschen. Nein, kein Häuschen, eine Villa ist es. Ein­ladend winken die Fenster. Aus dem Schornstein kräu­selt sich der Rauch. Dort jetzt zu Tisch sitzen und essen, was man vielleicht jahrelang entbehrt hat.- Man sollte es wirklich riskieren und wegen eines Glases Was­ser anfragen.

Vor dem Hause steht ein Mann ganz in Weiß. Mit der Hand die Augen beschattend, schaut er angestrengt zu mir herüber. Wie lange mag er mich wohl schon beobach­ten? Langsam erhebe ich mich. Er kommt zu mir her.

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