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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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gere ich mit der Antwort. Was geschieht mit den beiden, wenn sie ohne mich zurückkommen? Werden sie be­straft, wie straft man sie? Können sie mich halten? ,, Willy?"

" Ja, Jungens, ich gehe heute. Jetzt gleich gehe ich, wenn wir bei dem Bauer am Dorfeingang sind. Er hat von sei­nem Hof die sicherste Fluchtmöglichkeit. Und ihr sollt mit mir kommen, ich bringe euch sicher durch. Wenn wir erst fort sind, kann später jeder gehen wie er will, oder wir schlagen uns gemeinsam durch. Nun, macht ihr mit? Sagt ja." Keine Antwort. Stumm erreichen wir den Hof.

-

Die Mittagssonne glüht vom Himmel. Schläfrig setzt sich der Posten vor die Haustür auf die Bank. Den letz­ten Brief von Zuhause zieht er hervor und beginnt zu lesen. Gefahr vermutet er nicht. Immer sind wir ja unter seinen Augen. Am Stall, der quer zum Wohnhaus steht, befindet sich die Pumpe. Zwischen Stall und Haus ist ein Durchgang zum Obstgarten. Meine Hose liegt schon dort. Vom Garten über ein Stoppelfeld sind vierhundert Meter freies Schußfeld, dann wird mich eine Hecke auf­nehmen und ich werde frei sein.

Frei-?

-

Wird es gelingen oder erwischt mich eine Kugel? Werde ich Deutschland wiedersehen oder wird mich französische Erde decken?

-

,, Jwan, Nikolai, geht ihr mit? Sagt ja, ich bringe euch durch."

,, Nein, du gehen, wir bleiben."

,, Jungens, überlegt euch, was auf euch wartet, wenn ihr ohne mich zurückkommt. Ihr bekommt Schläge. Man wird euch nichts zu Essen geben."

,, Egal, du mußt und sollst fort. Willy, geh'! Und viel Glück. Recht viel Glück!"

Sie haben Tränen in den Augen. Sind beides Kinder von 17 und 18 Jahren. Haben nicht den Mut, in das Un­gewisse zu gehen. Meine Überredungskunst versagt. Der Bauer tritt aus der Tür, ein großes Päckchen in der Hand. Es ist Tabak in Zeitungspapier eingewickelt. Ich nehme es ab und gebe es den beiden Kameraden.

"

, Gleich Toni geben, Posten nicht sehen lassen. Ich laufen, ihr keinen Tabak kriegen."

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