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Theresienstadt : Gedichte / von Gerty Spies
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BALLADE

Sag mir, Freund, warum, seit wir uns kennen,| Deine Augen, wenn du sinnend stehst,| Weh und einsam in die Ferne brennen

Jeden Abend, eh du von mir gehst.

Liebes Kind, auf deinem frischen Munde Blüht Vergessen. Unter deinem Dach

Ist mir wohl. Doch treulos eilt die Stunde. Unter Schmerzen werd ich wieder wach.

Übertünche nicht mit süßen Reden,

Was bered aus deinem Schweigen spricht;

Denn mit Lächeln überzeugst du jeden, I) Nur die Liebende belügst du nicht. I}

| Stärker ist das Ahnen meines Herzens| Als die Mauer, die dein Leid umfängt,| Wenn es unterm Mantel sanften Scherzens| Durch das offne Tor des Auges drängt.

I BREI,

Schweigend löst der Mann sich aus den Ranken Der Umarmung, und sie bleibt allein,

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