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ich jetzt durch Sie, Oberst, erfahren habe, ebenfalls eine Synthese von Unmensch und Übermensch nennen, wie Nietzsche es bei Napoleon getan hat?‘ beharrte Schuhmacher.
„Nun“, gab Bert zurück, ‚sicherlich ist er wie Napoleon ein innerlich flammender Mensch mit unheim- lichen Kräften der Übertragung ausgestattet, ein Gebiet, das die Psychologie leider noch wenig erforscht hat. Auch er gehört zu den Männern, wie der Korse, denen eine geradezu tragische Schicksalsmacht gegeben ist; denn nachdem er sich schon längst ins Leere diplomati- siert hat, übt er noch immer auf einfache Geister eine schlechthin willensaufhebende Gewalt aus, genau wie Napoleon .“
„Zugegeben! Aber für mich bleibt er immer noch, trotz vieler sonstiger Zweifel, eben der Mann, der einst in den Mastkorb geklettert ist und ‚Land, Land‘ ge- rufen hat!“
„Hm— kennen Sie das Wort Herders: ‚Der Mensch, der einen Herrn und Führer nötig hat, ist ein Tier. Sobald er Mensch wird, hat er keinen eigentlichen Herrn mehr nötig!‘““
„Na ja, aber auch Goethe hat recht, wenn er be- hauptet: ‚Im Politischen werfen sich die Menschen wie auf dem Krankenbett von einer Seite auf die andere, in der Meinung, besser zu liegen.‘... Und mancher napoleonische Zug ist doch in seinen Aktionen zu finden, so die Kühnheit in den Neuerungen, die er uns brachte, die Aufpeitschung unserer Industrie und Landwirtschaft, um uns von der englischen Einfuhr zu befreien, die Koalition schließlich des halben Europas gegen ihn; nur‘ gebe ich zu, daß er das Format des Korsen als Staats- mann und gar als Feldherr keinesfalls besitzt——“
„Stimmt!: Und denken Sie daran, wie einsichtig sich Napoleon einst zu Fontan&s äußerte: ‚Wissen Sie, was ich am meisten in der Welt bewundere? Die Unfähigkeit der Gewalt, irgend etwas wirklich zu organisieren! Auf die Dauer ist der Säbel doch dazu verurteilt, dem Geiste zu weichen‘——— Außerdem ist Hitler keine Führer-


