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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
Entstehung
Seite
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daß die blanke Wahrheit hindurchklang und keine Frage mehr hinzugesetzt zu werden brauchte. Die Japaner sahen sich flüchtig in die Augen ihrem Scharfsinn genügte schon der kurze Blick hinter die Kulissen des Dritten Reiches .

Piorkowski schien jedoch das Verhalten von Schmitz nicht so übel zu nehmen wie das seines Vorgängers. Er löste sich aus der Verlegenheit, indem er ein lautes Auf­lachen anschlug und verächtlich ausrief: ,, Na ja, das hört sich ja ganz schön an, in Wirklichkeit wird es schon so gewesen sein, wie ich sagte also nun Abmarsch! Sie ebenfalls..." deutete er auf den noch wartenden Bert. ,, Wir haben keine Zeit mehr zu langatmigen Aus­einandersetzungen Schluß!"

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Das war natürlich mehr als inkorrekt so höflichen Besuchern gegenüber, dachte sich Bert im Fortgehen; aber wahrscheinlich die, ultima ratio' für unseren Herrn Kommandanten, wenn er nicht noch stärkere Blamage seines Systems erleben wollte.... Zu jener Stunde wußte er freilich noch nicht, wie furchtbar übel dem armen Stillfried die freimütige Darstellung bekommen sollte.

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Zwei Tage darauf wurde der Baron beim Morgen­appell weggeholt- Tibbu- Tipp war ja noch nicht zu­rück und bekam auf Befehl des Kommandanten die schwerste Lagerstrafe, die es gab: nicht nur zuerst 25 Doppelhiebe auf die Kehrseite, sondern noch an­schließend 42 Tage Dunkelarrest, also volle sechs Wochen Bunker in stockdunkler Einzelzelle, ohne warme Kost, nur mit dem bißchen Brot und Wasser, ohne Decke und Strohsack, nur die harte, schmale Pritsche ohne Kopferhöhung... volle sechs Wochen lang in Finsternis, Hunger und auf hartem Lager.

Wer aus dieser Folter entlassen wird, ist so kalkweiẞ im Gesicht wie ein Schattenpilz; so von Kräften ge­kommen, daß viele nicht einmal den breiten Appellplatz überqueren können, und einzelne augenkrank werden von den grellen Sonnenstrahlen im Kontrast zu ihrer bis­herigen Dunkelheit.... Und mit dieser Strafe ist es den