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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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mitgebracht hast und noch nicht gelesen haben sollst, sagte mir deine liebe Frau Schwester, von der ich sie erhielt....'

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,, Was?" fuhr jetzt Bert begierig auf, noch bevor er zu seinem Dank kam. ,, Du warst also bei mir? Toni! Sprich wie steht es bei mir zu Hause, sag'. quäl' mich nicht!"

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Feuer und Flamme war er bei dem Gehörten. Alle Ruhe und Selbstbeherrschung, die ihm früher so stark zu eigen gewesen waren, hatten ihn durch die Haft verlassen... Der Baumeister schüttelte den Graukopf ob des Ansturmes, dem er ausgesetzt war.

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,, Kruzitürken", wehrte er lachend ab ,,, das nenne ich Ungeduld.... Aber schau: ich bin nicht der Richtige, dir das zu erzählen, lieber Bertie, und habe auch nicht genügend Zeit dazu! Da geh zu meinem Wagen, da sitzt meine Sekretärin drin, die war dabei und freut sich schon, dir alles haarklein zu berichten... also marsch, ab mit dir, ich will inzwischen hier den Capo spielen, so daß du ungestört bleiben kannst.

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Halb ungläubig sah Bert ihn an. ,, Machst du auch keinen Spaß, alter Nimrod?" fragte er zögernd. ,, Daß ich dann nicht etwa auf die dumme Pute, die Ober­schwester, im Wagen stoße und mich an ihrer schnip­pischen Miene ärgern kann?"

,, Aber wo, sei beruhigt!" lachte Toni Seidl. Doch er lachte so eigentümlich und hinterhältisch, daß Bert immer noch voll Mißtrauen war, als er auf das Kabriolett zuging und sich einmal auf dem Wege umwendend- sah, daß der Architekt stehen geblieben war und ihm mit eingestemmten Armen nachsah-

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Was zum Teufel ihm heute einfiel, dachte Bert, aus­gerechnet ihn an die Sekretärin zu verweisen. Vor fremden Leuten sich in seinem blöden Aufzuge zu prä­sentieren, widerstrebte ihm aufs Äußerste... was also sollte das

Na, also in Gottes Namen, sprach er vor sich hin, als er die Türklinke des Wagens niederdrückte und den Schlag aufriẞ. Da kam ihm aus dem Halbdunkel, das im